Maria Saal
Webmaster, 20. Juni 2008 | Allgemein
VERKEHRT Bürgerinitiative Maria Saal gegen Transit
Hart 1
9063 Maria Saal
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Ulrike Reiffenstein – 9063 Maria Saal
Obfrau | ulrike.reiffenstein@verkehrt.info
Mobil: 0650 2317000
DI Prof. Johann Voglgruber – 9063 Maria Saal
Stv. Obmann | johann.voglgruber@verkehrt.info
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Ernst Mülneritsch – 9063 Maria Saal
Kassier | ernst.muelneritsch@verkehrt.info
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Susanne Dörfler – 9063 Maria Saal
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Silvia Preis-Maier – 9063 Maria Saal
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Johann Rainer – 9063 Maria Saal
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am 16. Januar 2009 um 16:27 1.Dir. Richard Brachmaier schrieb …
Erfreulicherweise hat mich Herr Ing. Horst Danner von der Bürgerinitiative VERKEHRT St. Veit/Glan in einem eigenen Mail aufgeklärt, warum mein Kommentar vom 14.1.09 von ihm nicht frei gegeben wurde.
Unter Pkt. 4 meines Kommentars habe ich wörtlich formuliert: “Der Verkehrsfluss wird auch ohne Ausbau um das Doppelte in den nächsten 10 Jahren zunehmen! – Das ist nicht richtig: Es erfolgt eine Verkehrszunahme bis 2025 (also in 16 Jahren!)um ein Drittel!
Nicht aber ist Herr Ing. Danner auf die anderen 4 Punkte eingegangen, sodass ich diese hier noch einmal wiederhole:
1. Eine Verbesserung der Verkehrssicherheit auf der unfallträchtigen S 37 im Bereich des Zollfeldes ist nur durch die Errichtung von Pannenstreifen und Mittelteilern möglich, damit die Einsatzfahrzeuge ungehindert zur Unfallstelle kommen können.
2. Eine 80 km/h – Beschränkung auf der S 37 gegenüber 100 km/h auf der alten Bundesstraße! – Dieser GR-Beschluss von SPÖ und GRÜNEN sowie die 7,5 t – Beschränkung für LKW auf der S 37 ist wohl gelinde gesagt der unüberlegteste Mehrheitsbeschluss dieser Gemeindevertreter/innen in dieser Periode. Sollen die LKW´s mit mehr als 7,5 t wieder alle auf der alten Bundesstraße (ehemals “Todesstrecke” genannt!) von St. Veit an der Glan bis nach Klagenfurt fahren?!
3. Es deutet nichts darauf hin, dass der Sicherheitsausbau nicht kommen wird (BZÖ, SPÖ, ÖVP stimmten dafür, im Landtag und im Nationalrat).
4. wurde geklärt!
5. Die größtmögliche Forderung der BIUZ nach einer Unterflurtrasse und Lärmschutzvorrichtungen sollte daher wie bisher massiv unterstützt werden.
am 17. Januar 2009 um 00:20 2.Webmaster schrieb …
Als Ergänzung die vollständige Antwort zu Punkt 4 von oben
Sehr geehrter Herr Brachmaier,
ihre Behauptung ist falsch, und zwar in einer ganz fundamentalen Weise.
Die richtige Datenlage schaut folgendermaßen aus (Statistische Daten der Asfinag):
• Ohne Ausbau wird der Verkehr in 18 Jahren (2007-2025) um 33% zunehmen (von 24.000 auf 32.000)
• Mit Ausbau würde der Verkehr im selben Zeitraum um 96% zunehmen (von 24.000 auf 47.000)
• Zusätzlich würde sich im Falle eines Ausbaus der Transit- und Durchgangsverkehr auf 833% in Bezug auf 2007 erhöhen (von 1.200 auf 10.000), weitere 7.000 KfZ würden durch den Ausbau regional generiert werden.
Ich denke die Zahlen sprechen für sich. Ich selber wohne seid einigen Jahren in St. Donat und habe praktisch unter denselben Belastungen zu leiden, wie Sie in Maria Saal.
Meine Frage an Sie: Was rechtfertigt die Errichtung einer Unterflurtrasse aus Lärmschutzgründen (gegen die Luftschadstoffe kann sie ohnehin nichts ausrichten) auf einigen 100 Meter, wenn als Konsequenz des Ausbaus der Verkehr auf der gesamten Strecke drastisch zunimmt (siehe Zahlen oben) und die Lebensqualität entlang der gesamten Strecke dadurch sinkt?
Bitte studieren Sie die Verkehrsprognose aufmerksam und genau und lassen Sie uns die Auseinandersetzung auf eine sachliche Ebene stellen, handelt es sich doch um eine Jahrhundertentscheidung für Land und Menschen!
am 18. Januar 2009 um 00:46 3.Judith Danner schrieb …
Zu Punkt 1 Herr Brachmaier
Die S37 ist laut Statistik Austria keineswegs besonders gefährlich. Daß von den Politikern des Landes die zu beklagenden Toten der letzten 10 Jahre!!!!, auf eine derart pietätlose Weise zur emotional gesteuerten Meinungsbildung missbraucht werden, ist Manipulation der widerlichsten Kategorie. Auf jeder Straße ereignen sich Unfälle. Je frequentierter der Straßenzug, je höher die Geschwindigkeit, desto mehr Unfälle. Das verdoppelte Verkehrsaufkommen, plus der wohl kaum aufzuhaltenden höheren erlaubten Geschwindigkeit, mit einem stark gestiegenen Anteil an übermüdeten Lenkern des internationalen Schwerverkehrs, nach einem Ausbau, sind eine Garantie für weniger Sicherheit und mehr Verkehrstote. Parallel dazu werden wir bis dahin die allgemeine Kilometer-Maut haben und die Dörfer (sprich Ihre Todesstrecke) werden von ALLEN Mautflüchtlingen belastet. Im Moment existiert eine 7,5 t. Beschränkung ab Ortsende St. Donat. Wir von den Bürgerinitiativen treten vehement für Sicherheitsmaßnahmen auf der bestehenden Strecke ein (wie Section-Controll zur lückenlosen Geschwindigkeitsüberwachung, Erhaltung der 7,5t. Beschränkung, Verlängerung zu kurzer Beschleunigungsspuren…). Damit ist auch Punkt 2 beantwortet.
Punkt 3, die Bürgerinitiativen haben mit allen maßgeblichen Landespolitikern Gespräche geführt. Keiner außer LH.Dörfler hat sich für den Vollausbau ausgesprochen. Den Transit lehnen alle einheitlich ab. Dr.Martinz hat kürzlich in der kleinen Zeitung LH Dörfler aufgefordert die ablehnende Haltung der Bevölkerung zu respektieren. Das ist alles politisches Geplänkel, das ist mir schon klar. Trotzdem wissen inzwischen alle, dass es nach einem Vollausbau (die ASFINAG macht nichts anderes) keine!!!! Möglichkeit mehr gibt das Transitaufkommen irgendwie zu beschränken.
Punkt 5, die Bürgerinitiativen fordern den größtmöglichen Anrainerschutz für ALLE! Herr Brachmaier, es gibt noch mehr Menschen, die entlang der S37 unter der Verkehrsbelastung leiden, als die Ratzendorfer, viel mehr! Was sollen die Arndorfer und Annabichler am jeweiligen Auspuff Ihrer Unterflurtrasse sagen? Was haben die Karnburger davon? Wie Herr Brachmaier erklären Sie den Micheldorfern, den Mölblingern, den Glandorfern oder den Perchauern, sie sollen die BIUZ unterstützen, zum Preis des eigenen Unterganges?
Warum um alles in der Welt sollten wir einer völlig neuen Autobahntrasse, durch das noch weitgehend unberührte (und deshalb umso schützenswertere) Gebiet im- und um den Naturpark Grebenzen, zustimmen?
Damit ein paar Maria Saaler den Traum der Unterflurtasse träumen können (die sie aufgrund von Sparmaßnahmen dann doch nicht bekommen), auf Kosten der gesamten Region!
Die Verkehrspolitik des letzten Jahrhunderts hat ausgedient! Die Devise, mehr, größer, schneller, hat sich als tödlicher Irrtum entpuppt!
2007 hatte Österreich 691 Verkehrstote zu beklagen und mehr als 2500 Tote aufgrund verkehrsbedingter Feinstaubbelastung! Die Kindersterblichkeit steigt entlang der Hauptverkehrsadern parallel zur Schadstoffbelastung! In den letzten drei Jahren hat, sich im Inntal, die Zahl der schweren Atemwegserkrankungen bei Kindern verdoppelt! In Sachen Klimaschutz ist Österreich in der weltweiten Rangliste auf dem beschämenden 50. Platz. Hauptverursacher des Absturzes ist der Verkehr! Österreich ist zu einem Transitland verkommen!
Wenn wir nicht schnellstens zukunftsorientierte Verkehrskonzepte (Gütertransport auf die Schiene, offensiver Ausbau und bessere Angebote bei den öffentlichen Verkehrsmitteln, Förderung lokaler Marktstrukturen und, und ,und, ) umsetzen, statt sie in Schubladen verschwinden zu lassen, werden auch Ihre Enkel (so Sie welche haben) den Klimakollaps zwar erleben, aber nicht überleben!
am 24. Januar 2009 um 11:14 4.Rainer Johann schrieb …
Sehr geehrter Herr Brachmaier!
Politik und Asfinag haben es verstanden Schlagworte wie Sicherheitsausbau, Entlastung von Ortsdurchfahrten, Förderung der regionalen Wirtschaft oder „natürliche“ (?) Zunahme des Verkehrs in den Köpfen der Menschen festzusetzen und sie so auf die scheinbare Notwenigkeit eines weiteren Straßenausbaus einzustimmen, obwohl die innere Stimme den Menschen ganz treffsicher signalisiert, dass mit dem Ausbau des überregionalen Straßennetzes und der damit automatisch verbundenen Zunahme des Verkehrs eine massiven Beeinträchtigung der Lebensqualität einher geht.
Menschen sind autoritätsgläubig und lassen sich leider leicht von Politik und öffentlichen Institutionen mit einer gewissen gesetzlichen und finanziellen Macht beeinflussen. Sie sagen dann fälschlicherweise: Dagegen kann man eh nichts tun und nehmen das Negative in Kauf.
Wohin soll denn der Verkehrswahnsinn führen, ist aber die entscheidende Frage?
Jetzt sind es 13m Schnellstraße, nach dem geplanten Ausbau wären es 30m Autobahn und in 20 Jahren soll es dann achtspurig durch Zollfeld gehen? Gerade als Pädagoge und Meinungsbildner hat man bisweilen die Pflicht gegen den Strom zu schwimmen und für unverrückbare Grundwerte wie gesunde Luft, sauberes Wasser, unbelasteten Boden sowie die Erhaltung einer reichhaltigen und liebenswerten Natur- bzw. Kulturlandschaft auf die Barrikaden zu steigen. Auch das Recht auf Ruhe gehört natürlich dazu.
Was macht denn sonst das Leben lebenswert?
Zum Aspekt Sicherheit auf der S37 sei aus einem Asfinag Dokument zitiert:
24 A S F IN Die 17er ASFINAG
http://www.strassenbau.ktn.gv.at
Zur Erhebung des Ist-Zustandes aller Gegebenheiten und Unfallursachen im Verlauf der Klagenfurter
Schnellstraße S 37 zwischen Klagenfurt Nord und St. Veit Nord wurde von der Asfinag der international
bekannte und anerkannte Unfallforscher Univ.-Prof. DI Dr. Ernst Pfleger beauftragt. Sicherheit: Aufgrund der Erkenntnisse des renommierten EPIGUS-Institutes für ganzheitliche Unfall- und Sicherheitsforschung,
dessen Leiter Prof. Pfleger ist, wurde eine Sicherheitsoffensive für diesen Straßenabschnitt gestartet.
Interessant ist, dass die 18 Kilometer lange Strecke eine Straße mit geringer Unfallhäufigkeit ist. Zwischen
2002 und 2006 wurden 62 Unfälle mit Personenschaden registriert. Die Hälfte davon waren Alleinunfälle und nur jeder fünfte Unfall war auf Begegnungsverkehr zurückzuführen. Wenn sich jedoch Unfälle ereignen, handelt es sich nicht selten um sehr schwere.
Maßnahmen: Der neue Asfinag- Vorstandsdirektor DI Alois Schedl deponiert, dass die S 37 im Vergleich
mit anderen Schellstraßen zwar sicherer als ihr Ruf ist, aber trotzdem auf Sicherheit überprüft werden musste. Prof. Pfleger empfiehlt die Sanierung der Spurrinnen, die Ausführung einer doppelten Sperrlinie als Strukturmarkierung, die Anlage eines Trennstreifens durch Verringerung des Überholstreifens mit teilweiser Fräsung von Rumpelstreifen und die Verordnung eines LKW-Überholverbotes. Prof. Pfleger: „Eine Trennwand erscheint nicht geeignet. Dadurch werden zwar Frontalunfälle eingespart, aber andere Unfalltypen, wie etwa
Streifkollisionen, nehmen zu.“ Umsetzung: Straßenbaureferent LHStv. Gerhard Dörfler: „Das LKWÜberholverbot und die Aufweitung der doppelten Sperrlinien muss verordnet werden. Das habe ich bereits
in die Wege geleitet. Die Umsetzung sollte noch heuer passieren.“ Die Fräsarbeiten begannen bereits am
5. November 2007. …
Die vorgeschlagenen Maßnahmen wurden 2008 umgesetzt.
Diese Information hätten Sie u.a. erhalten, wenn Sie einen der überaus sachlichen und kompetenten Vorträge von Herr Ing. Gaggl besucht hätten. Jeder Verkehrstote ist zuviel, aber eines ist klar: Ein durchgehender Ausbau der S37 führt unweigerlich zu einer Transitstrecke für den internationalen Güter-Schwerverkehr mit enormer Belastungen für die Menschen und die Natur entlang der gesamten Strecke und keinesfalls zu größerer Sicherheit oder wirtschaftlichem Aufschwung. Aus den vor kurzem in der Gemeinde aufgelegenen Planungsunterlagen der Asfinag geht hervor, dass es in Folge des Ausbaus der S6 Semmering Schnellstraße bereits zu einer massiven Verlagerung des Schwerverkehrs von der A2 auf diese um 30 Kilometer kürzere Route gekommen ist. Erst das Fahrverbot für LKW über 7,5 Tonnen über den Perchauer- und Neumarkter-Sattel hat ab 2006 laut Asfinag den Schwerverkehr um über 70% verringert. Nun begründet die Asfinag ihre Ausbaupläne u.a. damit, dass es nicht absehbar sei, wie lange diese Verordnung Gültigkeit habe. Im Klartext: Bauen wir aus, dann können wir wenigsten kassieren, denn verhindern können wir den Durchzugs- und Transitverkehr dann gewiss nicht mehr – sind doch schon diesbezügliche Verordnungen auf der Bundesstraße laut Asfinag anscheinend höchst unsicher.
Es ist nicht in Ordnung falsche politische Entscheidungen zu akzeptieren und in lokalem Floriani-Denken zu glauben: Hauptsache wir können uns ein wenig schützen dagegen! Ein Kilometer Unterflurtrasse gegen den Lärm und was kommt danach? Und was ist mit den Stickoxyden und dem Feinstaub? Nein, das reicht nicht aus. Es braucht Weitblick und umfassendes Denken. Es ist auch nicht in Ordnung, die völlige landschaftliche Zerstörung des Zollfeldes, der historischen Keimzelle Kärntens, zu akzeptieren, auch wenn schon großer Schaden angerichtet wurde, weil politischen Entscheidungsträger Umweltzerstörung und Verhässlichung anscheinend als Prämisse von Arbeitspatzschaffung in Kauf nehmen.
Natürlich richtet sich eine Tonnenbeschränkung nicht gegen den lokalen Ziel- und Quellverkehr, sondern gegen den Durchzugs- und Transitverkehr Dazu hat Bürgermeister Zettinig während des letzten Vortrages von Herr Ing. Gaggl am 15.1. ganz unmissverständlich öffentlich Stellung bezogen. Ein Tempolimit von 80kmh fordert übrigens auch der St. Veiter Gemeinderat. Auf der A2 bei Pörtschach gibt es wie mancherorts auf Autobahnen aus Lärmschutzgründen eine Geschwindigkeitsbeschränkung von 60kmh für LKW, trotzdem weicht niemand auf die Bundesstraße aus. Es war die Bemautung der jetzigen Strecke, die viel vom lokalen Verkehr wieder auf Bundes- und Landesstraßen gebracht hat. Wenn erst der internationale Transit voll im Fluss ist, wird vermutlich noch mehr vom lokalen Güter- und Personenverkehr auf das niederrangige Straßennetz ausweichen. Letzterer erst recht, wenn das Road-Pricing wie häufig angedacht auch auf den PKW Verkehr ausgeweitet wird.
Nehmen wir nicht alles als faktisch und gegeben hin. Verhindern wir doch in Kooperation mit anderen Gemeinden in einer gemeinsamen Anstrengung diese Autobahn durch unsere Heimat, durch das Zollfeld, durch unsere Gemeinde. Sie bringt nichts Gutes, das wissen die meisten Menschen.