Ist die S37 gestorben?

Horst K, 11. April 2010 | Allgemein

LEIDER NEIN!

Zwar tritt die ASFINAG beim Schnellstraßenbau auf die Bremse, die horrende Steigerung der Projektkosten war nicht mehr hinter dem Berg zu halten. Diese Strategie ist jedoch leicht zu durchschauen. Bei der zur Zeit herrschenden Rechtslage bleibt für den Bauwerber und späteren Straßenbetreiber, die Firma ASFINAG, der erteilte Auftrag zu planen aufrecht! Was auch munter passiert.

Die Gegner werden öffentlich ruhig gestellt. Die ASFINAG kann im Schutze der 
Politik weiter unter Ausschluss der Öffentlichkeit planen. Die „bösen“ Bürgerinitiativen werden von den Politikern als Verhinderer einer besseren Zukunft dargestellt. Klingt wie eine PR Aktion von Bauindustrie und Bankenwirtschaft. So soll das finanzielle Desaster dieses Projektes verschleiert werden. Feinstaub in den Augen der Bürger, um keinen klaren Blick zu haben.

verkehrt_laermDie Suche nach Einsparungsmöglichkeiten beim Straßenbau endet oft beim Verzicht auf umweltrelevante Schutzmaßnahmen, (kostenintensive) Investitionen zum Wohle von Natur und Anrainern fallen nur all zu gerne dem Sparstift zum Opfer. Vielerorts ist bekannt, dass sich Versprechungen an Anrainer, die bei der Projektierung von bestehenden Autobahnen gemacht wurden, später als Verhandlungsfinten entpuppten, bzw. jahrzehntelang auf die versprochenen Maßnahmen gewartet werden muss (z.B. Lärm im Zederhaustal)

Damit werden dann nicht nur die nachteiligen Auswirkungen der Verkehrsänderung sondern auch alle den Lebensraum bedrohenden Szenarien schlagend. Wir Bürgerinitiativen werden deshalb weiterhin umsichtig und wachsam gegen Angriffe aus dem Hinterhalt vorgehen. Wir werden dieser Explosion von CO2 und allen anderen Schadstoffen aktiv begegnen. Unser Lebensraum lohnt den Einsatz. Nachhaltigkeit bedeutet für uns im Auftrag unserer künftigen Generationen verantwortungsbewusst und zukunftsorientiert zu handeln.

Eine kleine Auswahl an Medienberichten:

Salzburger Nachrichten, 31. März 2010:
Milliarden für Straßenbau ohne Verkehrsplanung

Kronenzeitung Steiermark extra, 2. April 2010:
S 37-Bau rückt in weite Ferne: Wackelt jetzt auch die S 36?

Kleine Zeitung Murtal, 2. April 2010:
Millionen in Sand gesetzt | Ein Kapitel fehlt

Ö1 Mittagsjournal Interview mit Asfinag Vorstand DI Alois Schedl:
Asfinag klagt über fehlende Einnahmen

Erhellende Erkenntnisse…

… über die finanzielle Gebarung der Asfinag (ein anderes Projekt betreffend) kann auch ein Bericht des Rechnungshofes aus dem Jahr 2009 bieten:
Bund 2009/9 – Autobahnen– und Schnellstraßen–Finanzierungs–Aktiengesellschaft: Verkehrstelematik
Auszug aus Seite 144:
Kostenentwicklung und zeitliche Umsetzung: „Von Jänner 2003 bis Dezember 2004 erhöhten sich die Schätzkosten von 193,86 Mill. EUR auf 359,53 Mill. EUR oder um 85,5 %. Die Annahmen zur zeitlichen Realisierbarkeit des Projekts VMIS waren zu optimistisch. (TZ 6, 7)“
Kosten–Nutzen–Untersuchungen: „Die für das Projekt VMIS herangezogenen Kosten–Nutzen–Untersuchungen waren teilweise fehlerhaft oder fehlten überhaupt.“

Bartwisch

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