Die S 37-Krise zieht weitere Kreise II

Webmaster, 5. August 2009 | Allgemein

Riesige Schottergrube im Wolschart projektiert

Bettina Winkler

Bei der umweltrelevanten Diskussion um die S37, die auch den Bereich Wolschartforst geradezu durchschneidet, darf ein Ansatz nicht fehlen: Das Krappfeld, und insbesondere der Wolschartwald, ist reich an Wasservorräten, mit denen nicht nur Althofen und das Krappfeld versorgt werden könnten, sondern in Dürrezeiten und Notfällen, über die Wasserschiene Krappfeld-St. Veit, auch der Großraum St. Veit-Klagenfurt mit mehr als 100.000 Einwohnern.

Nun ist bei der Wolschart Ausfahrt Kappel/Krappfeld – Guttaring eine riesige Schottergrube projektiert, der unzählige Hektar des Forsts geopfert werden sollen. Diese Schottergrube, der ein riesige Waldstück geopfert werden soll, dient einzig und allein der Profitmaximierung, die beim Ausbau der S37 angepeilt wird.

Außer der massiv gesteigerten Lärmbelästigung für Passering und der Längsee-Region und den Abgasen kann es auch zu einer Belastung des Grundwassers kommen, ja es könnte zu einer nachhaltigen, partiellen Gefährdung des Wasserspeichers Wolschart führen. Mit der Beeinträchtigung des Naherholungsgebietes Wolschart und der Gefährdung des Lebensraumes von Tieren und Pflanzen im Forst wird hier der naturnahen Tourismusregion rund um den Längsee ein weiterer, äußerst negativer Aspekt vorgelagert.

Meine Meinung – Andreas Schaubach, Guttaring

Die Gurk ist Lebensraum von 37 Fisch- und Neunaugenarten, vier Flußkrebsarten und rund 600 benthonisch lebenden Tieren, wie Insektenlarven, Kleinkrebsen und Würmern. Die Ufersäume bieten besonderen Schmetterlingsarten Lebensraum. Die Gurk weist im Wolschartwald große naturbelassene Abschnitte auf. Durch Sanierungsmaßnahmen bei Fabriken, Kläranlagen und neuartige Versickerungsmethoden auf der B83 (St.Veiter Schnellstraße) hat sich die Gewässergüte verbessert. Im Wolschartforst wurden und werden die großen Fichtenbestände gerade in gesünderen Mischwald umgebaut. In der gesamten Wolschart- und Längsee Region wird aktiv Umweltschutz betrieben.
Der geplante großflächigre Schotterabbau im Wolschart passt nicht in dieses Leitbild einer naturnahen Region. Der Lärm, die Giftgasemissionen, die der Wolschart derzeit von der Längsee-Region und dem angrenzenden Passering abhält und die Gefährdung der Wassergüte werden vehemente Proteste von Anrainern, Touristen und Naturschützern nach sich ziehen. Die Diskussion über das Projekt, wird täglich heftiger.

Meine Meinung – J.Verdin

Sollte ein Schotterabbau im Wolschart realisiert werden, dann wird der gesamte nordöstliche Teil des Forstes zerstört u. damit der Schutzschild hin zum Dorf Passering und zum Verlauf der Gurk.
In Passering und den umliegenden Dörfern der Längseeregion sind mehrere hundert Familien dann massiv vom Lärm und Staub belastet. Die Auswirkungen auf die Tourismus- und mittlerweile Weinanbauregion Längsee wird auch eklatant hoch sein.

Meine Meinung – Andrea Reintaler Mail-Süd

Vor Jahren lief im Wolschart ein Projekt der Universität für Bodenkultur Wien, das sich mit softwareunterstützter “waldbaulicher Planung im Rahmen von Waldumbauvorhaben in Fichtenwäldern” beschäftigt. Wandert man durch den Wolschartforst, sieht man das Bemühen um den Waldumbau vom reinem Fichtenwald zum Mischwald. Allerortens sieht man Nistkästen und neu gepflanzte Laubbäume. Frühmorgens begegnet man dem Rotwild und die Stille im Forst ist wunderbar. Die derzeitigen Gegebenheiten vor Ort sind nicht dazu angetan, übermäßigen Optimismus zu verbreiten. Eine riesige Schottergrube entlang der S37 wird dem Vernehmen nach unzählige Hektar des Wolschartwaldes vernichten.

Der Bürgermeister von St.Georgen am Längsee, Konrad Seunig, ist gefordert, die Lebensqualität der tausenden Anrainer auch für die nachfolgenden Generationen zu bewahren und nicht stillschweigend die finanziellen Interessen eines ohnehin begüteten Forstbesitzers hinzunehmen.

Meine Meinung – Hannes Hren, Bernaich

Noch im Jänner 2009 war im Wolschart, nahe der Kirche, ein Kletterpark angedacht worden:
Ein Waldhochseilpark mit 30 bis 40 Stationen sollte Touristen und kletterbegeisterte Einheimische in den Wald locken. Der Hochseilpark sollte über die Abfahrt Kappel am Krappfeld erreichbar sein. Der Park war als zusätzlicher Baustein für das Angebot in der Region angedacht und immerhin noch einigermaßen vereinbar mit dem Leitbild der Tourismusregion . Nun wird in der Öffentlichkeit bekannt, dass entlang der Abfahrt Kappel am Krappfeld eine riesige Schottergrube projektiert wird. Mit dem Schotterabbau direkt entlang der Schnellstraße kann beim Ausbau der S37 relativ rasch und leicht Profit gemacht werden. Alleine, es gehen natürliche Ressourcen unwiderbringlich verloren. Mehrere Hektar des Wolschartforstes, der die Längsee-Tourismusregion vor Verkehrslärm und Abgasen schützt, würden abgeholzt und danach abgetragen werden. Mit diesem Brachialeingriff werden sämtliche Anstrengungen der Region, den Gästen möglichst naturnah und geschützt ein gehobenes Ambiente mit der neuen großzügig angelegten Golfanlage, dem Reitsport und einer gehobenen Hotelerie anzubieten, zunichte gemacht.

Wolschart Weblog – J.Verdin

Der “Wolschart” hat nun einen eigenen Weblog, einen Blog der die ökonomische Ausbeutung dieses Höhenzugs, dieses Naherholungsgebietes, das im Süden das Krappfeld begrenzt, aufzeigt. Aber auch die filigrane Schönheit und die Bemühungen, diese zu erhalten, sind Thema von http://wolschart.wordpress.de

Meine Meinung – Hans Leeb

Wir wollen uns und den kommenden Generationen den Lebensraum Wolschart erhalten.

8 Kommentare zu “Die S 37-Krise zieht weitere Kreise II”

  1. am 20. Oktober 2009 um 21:48 1.Hans-Peter Stefaner schrieb …

    UVP muß alle zukünftigen Eventualitäten berücksichtigen
    Die Firma Alpine-Bau plant im nordöstlichen Wolschart, unweit des Wallfahrtsorts Maria Wolschart, eine Schottergrube zu errichten. In den nächsten dreißig Jahren würden die Abraumhalden im Ausmaß von 70.000 m2 das Höhenprofil des Waldes entlang der derzeitigen B 317 stark verändern,im extremsten Fall zerstören.
    nadelwald
    Die zu erwartenden Auswirkungen auf Mensch und Umwelt im unmittelbar betroffenen Bereich der von der B 317 tangierten und vis a vis der geplanten Schotterhalden gelegenen Ortschaft Gaming, aber vor allem für den Wallfahrtsort Maria Wolschart und den lokalen, sensiblen Siedlungsbereich Passering und Muschk, sind keineswegs vorhersehbar. Gerade dieser nordöstliche Höhenzug des Forstes schützt östlich gelegenen Weiler und Dörfer vor den starken Lärm- und Schadstoffbelastungen der B 317, der Friesacher Straße. Deren Ausbau zur S37, zur Klagenfurter Schnellstraße, und eine damit verbundene starke Verkehrszunahme steht kurz bevor. Eine Umweltverträglicheitsprüfung (UVP) muß alle gegenwärtigen und zukünftigen Eventualitäten und Szenarien miteinbeziehen, sonst droht dem südlichen Krappfeld der ökologische Supergau.

    Hans-Peter Stefaner, Straganz

  2. am 20. Oktober 2009 um 21:51 2.Hans-Peter Stefaner schrieb …

    Zahlreiche Texte zum Thema sind auf http://wolschart.twoday.net erschienen. Am Wordpress-Blog http://wolschart.wordpress.com wurde ist aktueller, sehr reichhaltiger Pressespiegel nachzulesen.

  3. am 20. Oktober 2009 um 22:14 3.Andrea Reintaler schrieb …

    Das Thema Wolschart wird auch auf Twitter diskutiert:
    http://twitter.com/AndreaReintaler

  4. am 22. Oktober 2009 um 17:17 4.Hannes Leeb schrieb …

    Ich darf auch herzlich auf die Seiten von http://wolschartwald.blogger.de hinweisen. mlg Hannes

  5. am 29. Oktober 2009 um 13:37 5.Andrea Reintaler schrieb …

    Auf http://wolschartwald.kulando.de/ schreibt Rainer Besendorfer über die ästhetische Qualität einer Landschaft.

  6. am 29. Oktober 2009 um 13:38 6.Andrea Reintaler schrieb …

    Auf twitter wird der Wolschart täglich beschützt:

    http://www.twitter.com/SaveWolschart

  7. am 5. November 2009 um 16:23 7.Andrea Reintaler schrieb …

    Kärnten ist im Begriff eine Kulturlandschaft zu verlieren
    Im nördlichen Wolschart wurde von der Firma Alpine Bau GmbH der Betrieb einer Schottergrube beantragt. Da bereits eine bestehende Schottergrube existiert, jedoch noch nicht bewilligt war, soll die Abbaufläche, wie jetzt in der Öffentlichkeit bekannt wird, dann rund 200.000 m² betragen, wobei die Erweiterungsfläche mit rd. 7 ha von der Projektwerberin angegeben wurde.
    Die in den Medien kolportierten Abbauflächen von 70.000 m² sind unrichtig.

  8. am 15. Februar 2010 um 17:33 8.Friedrich Büchner schrieb …

    Hände weg vom Wolscharter Wald. Ihn zu zerstören

    wäre eine Schande.Warum machen die Waldbesitzer das

    das mit? Ist der Wald erstmal weg, fängt das Jammern

    an. Was meinen die Politiker?

    Aus der Ferne ( 720 km )viele Grüße

    F. Büchner Ffm

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