Wie viel Autobahnen braucht das Land?

Webmaster, 28. Juli 2009 | Allgemein, Interviews

Die Erdöl-Ressourcen sind begrenzt

aus ORF Journal Panorama | Dienstag, 28. Juli 2009 | Andreas Zinggl

Österreich hat eines der dichtesten Autobahn- und Schnellstraßennetze Europas, gemessen an der Einwohnerzahl, doppelt so dicht wie im EU-Durchschnitt. Mit einer Länge von 2.120 Kilometern ist das österreichische Autobahnen- und Schnellstraßennetz eines der dichtesten in Europa. Nur Zypern, Luxemburg, Slowenien und Spanien besitzen – auf Einwohner und Einwohnerinnen bezogen – ein dichteres Netz.

Das Verkehrsaufkommen ist den letzten Jahren leicht zurückgegangen. Während der PKW-Verkehr annähernd stagniert, ist der LKW-Verkehr an manchen Strecken sogar um ein Fünftel geschrumpft. Erst sorgte der hohe Ölpreis, danach die Wirtschaftskrise für einen Rückgang im Verkehrsaufkommen.

“Wenn heute noch jemand nur einen Cent in Fahrbahnbauten steckt, dann hat er einen Weitblick, der nicht einmal bis zur eigenen Nasenspitze reicht”, warnt Verkehrsplaner Professor Hermann Knoflacher. In Süd-Korea sei man bereits dazu übergegangen Autobahnen abzureißen. In der Hauptstadt Seoul wurde eine Stadtautobahn abgetragen, die mehr Verkehr zu bewältigen hatte als Österreichs meist befahrene Straße, die Wiener Südosttangente. Stattdessen wurde in den Öffentlichen Verkehr investiert. Der erwartete Verkehrskollaps blieb aus.

Für den Ausbau, die Erhaltung und die Sanierung von Autobahnen und Schnellstraßen ist in Österreich die Asfinag (Autobahnen- und Schnellstraßen Finanzierungs- Aktiengesellschaft) zuständig. Die Asfinag erhält als privates Unternehmen kein Geld aus dem Staatsbudget. Die einzigen Einnahmen ergeben sich aus der kilometerabhängigen LKW-Maut, der Autobahnvignette für PKWs, sowie einzelner gesonderten Mautstrecken (wie zum Beispiel Brennerautobahn, Arlbergschnellstraße). Wenn dann im Budget noch etwas fehlt, müssen Anleihen am freien Kapitalmarkt aufgenommen werden. Und das tut die Asfinag auch.

Der Schuldenstand der Asfinag liegt derzeit bei knapp über zehn Milliarden Euro. Die wirtschaftliche Zukunft des Unternehmens hängt von verschiedenen, sich ständig ändernden Faktoren ab: den Kosten in der Bauwirtschaft, der Entwicklung auf den Finanzmärkten, der Entwicklung des Verkehrsaufkommens (und damit der Mauteinnahmen) und nicht zuletzt der Ölpreisentwicklung.

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mit freundlicher Genehmigung

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