Was soll man sich dabei denken ?

Herbert H, 11. Juli 2009 | Leserbriefe, Pressespiegel

Die Murtaler Zeitung (notabene von Wolfgang Pfister) will den Vorschlag ihrer Lesers aufgreifen, zum Thema S37 Argumente FÜR und GEGEN den Schnellstraßenbau gegenüberzustellen, und damit eine objektive und faire Position einzunehmen. In der gleichen Ausgabe vom 25. Juni 2009 wird eine Doppelseite den Leserreaktionen auf den umstrittenen Artikel Wirtschaft votiert für Ausbau gewidmet.

Mein Brief wurde auf ca. 1/3 der Gesamtlänge verkürzt wiedergegeben, und zwar so, dass nur die bewusst zurückhaltend formulierte Einleitung und der Schluss zusammenhängend veröffentlicht sind, beinhaltend eine positive Aussage über die Murtaler Zeitung und eben  den erwähnten Vorschlag – eine willkommene Eigenwerbung. Im Anschluss daran erscheint ein Leserbrief von Frächter Albert Moder, gut dreimal so lang wie meiner. Er wiederholt darin die üblichen Behauptungen der Schnellstraßenbetreiber mit haarsträubenden Begründungen.

Der Murtaler Zeitung war der Platz nicht zu schade, diese abgedroschenen, unwahren Aussagen in offenbar voller Länge wiederzugeben, während sie just den Mittelteil meines Leserbriefes, der auf diese, Moders Worte die passenden Antworten gibt, enthielt. Damit wurde der Leserbrief zahnlos und seiner eigentlichen Aussagekraft beraubt und die Chance vertan, gemäß dem gutem Vorsatz PRO und KONTRA gegenüber zu stellen. Es sollte vielmehr der Brief der „Wirtschaft“ unwidersprochen bleiben. Da drängt sich schon die Frage auf, nach dem WARUM? Ist die unparteiische Berichterstattung nur ein Lippenbekenntnis oder sind einfach Vertreter der „Wirtschaft“ die lukrativeren Kunden? Ein Schelm, der glaubt, da steckt System dahinter!

Volle Information

Ungekürzt finden Sie meine Argumentation in einer Sammlung vieler (auch unveröffentlichter) Stellungnahmen unter Emotionale Angelegenheit. Für ganz Eilige gibt es hier den Originaltext mit einer farblichen Markierung des gestrichenen Teiles:

Sehr geehrte Murtaler-Redakteure,
speziell die Herren Pfister und Verderber (notabene)!

Als regelmäßiger Leser schätze ich die solide und seriöse Berichterstattung der Murtaler Zeitung auch wenn oftmals eine andere Meinung als die meinige vertreten wird, das gehört einfach zur Meinungsvielfalt. Es ist deshalb begrüßenswert, wenn natürlich auch Befürworter des S37-Schnellstraßenbaues zu Wort kommen. Aber das was Sie in der letzten Ausgabe unter „Wirtschaft votiert für Ausbau“ abdruckten, paßt bestenfalls in den bezahlten Anzeigenteil. Im Interesse des guten Rufes der Murtaler Zeitung sollte schon zwischen Berichterstattung und Privatmeinung eines Herrn Bartelmuss differenziert werden. Wenn der Herr Magister auch im Vorstand der Industriellenvereinigung wirkt, so ist es umso bedenklicher, wenn er sich anmaßt für die ganze Wirtschaft zu sprechen, tatsächlich aber nur einen Teil rekrutierter „Konzernwirtschaftslobbyisten“ im Rücken hat und verabsäumt, in seiner Funktion die für unseren Bezirk ausschlaggebenden und überlebensnotwendigen Wirtschaftssparten der Klein- und Mittelbetriebe zu vertreten, sowie eine ganze Reihe anderer Wirtschaftsegmente denen der Schnellstraßenbau mit seinen unvermeidlichen Folgen nachweislich den Todesstoß versetzen würde. Bartelmuss und Bürgermeister Gruber waren im April 2008 die Speerspitze des Wiederstandes gegen die S37, solange noch eine Korridorvariante an seinem Wohnsitz vorbeiführte. Jetzt wo nicht mehr er selbst, sondern andere betroffen sind, schlägt sein Engagement ins Gegenteil um – die Glaubwürdigkeit in Person!

In dem Artikel wird zu Beginn angeführt, Bartelmuss brächte emotionslos Argumente, die für einen Ausbau sprechen. Im gesamten doppelseitigen Beitrag war aber kein einziges Argument enthalten. Es liegt schon in der Verantwortung Ihrer Zeitung zwischen (beweisführender) Argumentation und bloßen Behauptungen, wie sie hier gebracht wurden, zu unterscheiden und im richtigen deutschen Sprachgebrauch die sinngemäße Wortwahl zu treffen, anderenfalls verzerrt sich der Themenbericht zu einer Werbeeinschaltung. Es würde den Rahmen eines Leserbriefes sprengen, auf die Behauptungen eingehend zu entgegnen, allerdings wurden allesamt bereits mehrfach in Publikationen und Informationsveranstaltungen widerlegt. Es ist daher unverständlich und gleicht Gehirnwäschemethoden, wenn  sie trotzdem immer wieder von Neuem aufgestellt werden, ohne sie durch entsprechende Beweismittel untermauern zu können. Schon die Verwendung des falschen Begriffes „Ausbau“ für einen in der Steiermark zu 100% abseits des B317-Landesstraßenbestandes projektierten autobahnähnlichen Straßenbau wird offensichtlich gezielt zu einer unkritischen Bewusstseinsbildung für diesen Schnellstraßenneubau missbraucht.

Die Aussagen von Bartelmuss „Politiker wie Lambert Schönleitner haben noch keinen Arbeitsplatz in der Region geschaffen“ und „würde Gegnern die Fahrt auf anderen Autobahnen verbieten“ von Hans Köstner disqualifizieren eigentlich nur ihre Urheber selbst und brauchen nicht weiter kommentiert zu werden.

P.S.: Anregung für die Murtaler Zeitung:
Das Erschlagen des Lesers mit leeren Behauptungen kann wohl nicht im Sinne einer informativen Berichterstattung sein. Es könnten in künftigen Ausgaben PRO und KONTRA-Argumente bezüglich S37 gegenübergestellt werden, aber jeweils nur eines, und wirklich nur EINES, damit darauf näher eingegangen werden kann, samt erforderlicher Beweisführung. Nur so ist eine seriöse Auseinandersetzung mit dem Thema möglich. Leider hat auch die Politik bisher diese Art der Entscheidungsfindung verabsäumt.

Mit besten Grüße
Ing. Herbert Hilscher
8811 St. Lorenzen bei Scheifling 89

Trackback URI | Kommentare als RSS

Einen Kommentar schreiben