Saubere Namen für dreckige Zwecke

Webmaster, 5. Juni 2009 | Allgemein

So arbeiten PR-Agenturen

PR-Profis sind Meister im Verdrehen von Fakten: Mit perfiden Promotion-Strategien und astronomischen Budgetsummen wird die Meinung des Volks in die “richtige Richtung” gebracht. Die Bezahlung erfolgt letztendlich und paradoxerweise von den ungefragten Erziehungsopfern. Ob Klimawandel, Arbeiterrechte oder Irak-Krieg – in den USA werden jährlich zig Milliarden Dollar für Meinungsmanipulation ausgegeben, sagt PR-Kritiker John Stauber im SPIEGEL-Interview – und erklärt die gängigsten Propaganda-Methoden.

Die PR-Firma Hochegger.com wurde von der steirischen Verkehrslandesrätin Edlinger-Ploder mit einem so genannten “Umfeldmanagement für die Ennstaltrasse” beauftragt. Für das Murtal – konkret geht es um die S37 – erhielten die Propaganda-Experten von Hochegger.com einen Fünfjahres-Vertrag von der Asfinag. Auch dort geht es um ein “Umfeldmanagement”. Zweck der Übung: Die heimliche Beeinflussung, Manipulation und Steuerung der Meinung der Bevölkerung zugunsten einer vierspurigen Straße bzw. Autobahn. Hochegger.com ist seit 2007 Teil des amerikanischen PR-Giganten Burson-Marsteller. Die fragwürdigen Methoden von Burson-Marsteller sind ebenfalls Thema dieses Interviews.

Saubere Namen für dreckige Zwecke

Quelle: Spiegel online. Das Gespräch führte Nils Klawitter im Mai 2007

SPIEGEL: Herr Stauber, wann kamen Sie das erste Mal mit Public Relations in Berührung?

John Stauber: Das war 1978. Damals sprühte die staatliche National Force das Herbizid Agent Orange, um der amerikanischen Holzindustrie die Rodungen zu erleichtern. Ich koordinierte Proteste gegen den Einsatz des Mittels, das von Monsanto und Dow Chemical vertrieben wurde. Auf einer Konferenz der Forstwirtschaft in Washington kam ein Mann auf mich zu und sagte: “Ich weiß wer sie sind, John Stauber, der in Wisconsin den Protest organisiert.” Ich sagte, ich wisse nicht, wer er ist. Er sagte, er arbeite für Dow: “Ich achte auf Leute wie sie.” Ich fragte, wie viele Leute Dow für so was beschäftige. “Wir sind genügend”, sagte er und bohrte mir seinen Finger in die Brust.

SPIEGEL: Und seitdem lässt Sie diese Branche nicht mehr los?

John Stauber: Genau – und vielleicht hätte ich PR Watch damals schon starten sollen – ich tat es aber erst 1993, nachdem ich von Burson-Marsteller ausspioniert worden bin.

SPIEGEL: Burson-Marsteller, eine der größten PR-Agenturen, spionierte bei Ihnen?

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Jetzt wird’s ganz arg

Ein kleiner Vorgeschmack: So sieht die Dr. Hochegger Kommunikationsberatung GmbH | Burson-Marsteller Affiliate die Sache.

Ein weiterer Vorgeschmack: So klingt es, wenn geübte Wortdrechsler und Tatsachenverdreher zur Tat schreiten und die drohende Transitlawine in den Schafspelz “regionale Verkehrslösung” kleiden.

Zur weiteren Vertiefung: So gibt die lokale Presse die Zusammenhänge wider.
 
 
 

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