Ausbau ohne Transit gibt es nicht

Webmaster, 25. Februar 2009 | Politik, Transit

“Dann gehört die S 37 eben wieder dem Land”

Einen Ausbau der S 37 wollen Wirtschaft und Politik. Zusätzlichen Verkehr aber niemand. “Das ist Unmöglich”, sagt ein Verkehrsplaner.

aus Kleine Zeitung 25.2.2009 | THOMAS CIK

Einen Ausbau der S 37 zwischen Klagenfurt und dem steirischen Scheifling ohne zusätzlichen Verkehr gibt es nicht! Da stellen sich ein paar Politiker die Welt einfacher vor, als sie ist”, sagt Verkehrsplaner Kurt Fallast und widerspricht damit der Ansage von Landeshauptmann Gerhard Dörfler (BZÖ) der fordert: “Ja zum Ausbau. Aber: nein zum Transit.” Fallast, Verkehrsplaner an der TU Graz rechnet vor, was die Anrainer der Strecke von einem Ausbau zu erwarten haben: Mindestens 9000 zusätzliche Fahrzeuge täglich alleine durch Transit- und Durchzugsverkehr. Inklusive des ohnehin wachsenden Verkehrsaufkommens würden somit im Jahr 2025 etwa 47.000 Autos täglich die Straße auf der Höhe St. Veit befahren. “Ohne den Ausbau der S 37 wären es 27.000 im Vergleich zu 20.000 die heute fahren”, zitiert Fallast aus seiner Studie für den Autobahnbauer Asfinag.

“Ausbau ohne Transit gibt es nicht”

Uneins über Ausmaß.Doch Dörfler steht mit seinem Ausbauwunsch nicht alleine da. Den “Sicherheitsausbau” fordern alle Parteien. Nur über die Dimension ist man uneins. Während Dörfler den Vollausbau bis Scheifling will, inklusive Einhausungen der Strecke bei Maria Saal, St. Veit und Friesach, geht es VP-Chef Josef Martinz und Rolf Holub von den Grünen um einen “Sicherheitsausbau”. “Die derzeitige Kapazität der Straße reicht aus”, meint Martinz und fordert nur “Begleitmaßnahmen, wie einen durchgehenden Fahrbahnteiler.” Sollte die Asfinag nicht schnell genug reagieren, will er einen Vorstoß der Grünen unterstützen und die S 37 – nach mehr als zwei Jahren – zurück ins Landeseigentum holen. “Dann gehört die Straße wieder dem Land und wir müssen das eben selbst finanzieren”, so Martinz. Die Kostenplanungen der Asfinag gehen von 1,22 Milliarden für den gesamten Bau aus. Reinhart Rohr (SPÖ) geht es darum, dass “Bürgeranliegen gewahrt werden”.

Aus Umweltschutz teurer?

Berechtigte Interessen haben freilich auch die Wirtschaftsbetriebe in der Region. Reinhard Iro, Vorstand der Treibacher Industrie AG, fordert wie die Friesacher Maschinenfabrik Springer, eine “leistungsfähige Verbindung in die Steiermark.” Für Fallast eine klare Sache: “Die Strecke Wien-Klagenfurt wäre um 30 Kilometer kürzer und hätte weniger Steigungen als die Südautobahn. Aus Unternehmer Sicht wäre die Verbindung also ein Gewinn.” Ob diese Rechnung aber auch langfristig aufgeht, ist nicht fix. “Auf lange Sicht könnte die LWK-Maut auf Strecken die aus Umweltschutz-Sicht sensibel sind teurer werden. Da würde die S 37 wieder uninteressanter für den Güterverkehr.”

Thema Gewerbeparks.

Für Dörfler hätte eine ausgebaute S 37 auch noch andere Vorteile: “Dann könnten wir am Eingang ins Gurktal bei Pöckstein einen Gewerbepark errichten.” Eine Idee, bei der Martinz nur den Kopf schüttelt. “Wir wissen wie schwer es ist Gewerbeparks zu füllen und haben genug freie Flächen. Gescheiter wäre es gewesen, hätte Dörfler die Raststation nicht in St. Veit sondern in Friesach angesiedelt, dann hätte er Arbeitsplätze geschaffen.” Dörflers Antwort: “Wenn man ins Neandertal zurück will, gerne. Aber zu Fuß!”
 
 
 

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