Auer will Initiative “Pro-S37″ gründen

Webmaster, 16. Januar 2009 | Leserbriefe, Pressespiegel

Zitat der Woche

Kleine Zeitung 11.Jänner2009

“Wir sind gegen Transit, aber absolut für einen Sicherheitsausbau. Deshalb darf der Ausbau der Klagenfurter Schnellstraße S37 nicht verhindert werden”

Klaus Auer, ehemaliger ÖVP-Nationalrat, will nun Unterschriften für den Ausbau sammeln und eine Bürgerinitiative “Pro S37″ gründen
 

Bitte genau nachsehen und nachdenken!

Kommentar Gerald Grün
Bei einem Ausbau der S37 nach vorliegenden Plänen kann Transit nicht verhindert werden, das beweisen die Verkehrsprognosen, die von der Asfinag veröffentlicht wurden:

Laut Zahlen der ASFINAG gibt es mit einer S37 eine Ver5fachung von Durchgangsverkehr und eine Ver16fachung von Transitverkehr!
Daher lehnen die Bürgerinitiativen den Ausbau der S37 ab und sind für die vorgeschlagene Lösung des Landwirtschaftsministeriums von lokalen Ortsumfahrungen mit Beibehaltung der 7,5t Beschränkung außer Ziel- und Quellverkehr.
P.S: bereits im Juli 2008 habe ich dich um einen Besprechungstermin zum Thema S37 gebeten. Den Termin hättest du wahrnehmen sollen, dann würdest du nicht so einen Schwachsinn von dir geben und hättest ein besseres Zusammenhangsverständnis.

Über den (vermeintlichen) finanziellen Nutzen der S37

Kommentar Matthias Göschke
1. Sollte die Schnellstraße gebaut werden, ergäbe sich dafür vom Metnitztal nach Klagenfurt gegenüber dem derzeitigen Ausbaustand eine Zeitersparnis von maximal 5 Minuten.

2. Sobald alle österreichischen Autobahnen und Schnellstraßen gemäß den Vorstellungen der ASFINAG ausgebaut sein werden, wird die ASFINAG Schulden von voraussichtlich ca EUR 20.000.000.000,– haben (EUR 20 Mrd). Die Politik wird dann vor der Wahl stehen:

a. Der Staat (d.h. wir alle) zahlt die Schulden; oder
b. alle Benützer der Autobahnen und Schnellstraßen zahlen die Schulden über höhere Benutzungsentgelte (= road pricing = Kilometermaut auch für PKW).

Es ist klar, dass nur Variante b., allenfalls dann noch verbunden mit einem Börsengang der ASFINAG (= Privatisierung) vertreten werden kann.

3. Wenn dann alle Ausbaupläne verwirklicht sein werden, und damit auch kein weiterer Widerstand mehr zu erwarten ist, MUSS zur Abdeckung des Schuldenstandes der ASFINAG somit das Road-Pricing auch für PKW eingeführt werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass eine Kilometermaut für PKW von ca EUR 0,10 pro km kommen wird (zum Vergleich: Frankreich dzt ca EUR 0,07/km, Spanien EUR 0,08/km; bereits 2006 war von EUR 0,05/km die Rede [http://derstandard.at/?url=/?id=2674740], eine Verdoppelung erscheint nach bewährter österreichischer Manier realistisch).

4. Die Strecke von Friesach nach Klagenfurt beträgt ca 45 km, hin und zurück somit ca 90 km. Bei EUR 0,10 pro km käme einmal Friesach – Klagenfurt und retour somit auf rund EUR 9,– (nur Mautgebühren – hinzu kämen die normalen Fahrzeugkosten, wie bereits bisher).

5. Ein durchschnittlicher Arbeitnehmer hat ca 220 Arbeitstage pro Jahr (nach Abzug von Wochenenden, Feiertagen, Urlaub und Krankenstand). Die ZUSÄTZLICHEN Kosten des Pendelns durch die zwingend zu erwartende PKW-Maut betragen daher EUR 1.980,–, somit rund EUR 2.000,– pro Person und Jahr (!). Dem steht eine jährliche Zeitersparnis von rund 36 Stunden gegenüber. Das entspricht einen “Zeit-Wert” von rund EUR 55,– pro Stunde Zeitersparnis. Die jährlichen Zusatzkosten von rund EUR 2.000,– sind MEHR als ein durchschnittliches Netto-Monatsgehalt.

6. Wer sich das nicht leisten will (oder kann), muss künftig wieder “durch die Dörfer” fahren, und braucht dann gegenüber heute ca 30 Minuten länger zur Arbeit.

FAZIT:

Durch den Bau der S 37 würden alle Auspendler aus dem Metnitztal eine bereits jetzt autobahnähnlich ausgebaute Straße (B 317), auf der sie – solange sie als B 317 bestehen bleibt – auch bei der mit Sicherheit zu erwartenden Einführung der Road-Pricing weiterhin ohne Mehrkosten fahren können, gegen eine dann (extrem) teure Transitautobahn eintauschen. Den zu erwartenden (geringen) Zeitvorteil von ca 5 Minuten pro Strecke würden sich jeder Pendler mit einer Mehrbelastung von rund EUR 2.000,– pro Jahr “erkaufen”. D.h. für den Durchschnittsverdiener: Einen ganzen Monat arbeiten, um jeden Tag 5 Minuten schneller in der Arbeit zu sein.

Für die Landtagswahl noch mal kurz gefasst:

Wer in Kärnten die B 317 an die ASFINAG überträgt, lässt alle Nordkärntner Pendler voraussichtlich ab Fertigstellung der S37 (= Einführung der Road Pricing auch für PKW) mit einem Monatsgehalt jährlich “bluten” – oder verdrängt diese Menschen auf die Landstraßen und Ortsdurchfahrten, und stiehlt ihnen damit täglich eine Stunde Lebenszeit.

Mit (trotz allem) humorvollen Grüßen

Kommentar Gerhard Sprintschnik

Sehr geehrter Herr DI Auer,

als Steirer fühlt man sich, wenn es um Humor geht, gegenüber den Kärntnern immer benachteiligt und unterprivilegiert. Wir sind halt das wilde Bergvolk hinterm Semmering, haben im Vergleich zu den “Lei-Leis” viel weniger Humor, dafür einen schädelspaltenden Charme. Lernbegierig wie ich bin, warte ich immer auf die Ausgabe von “Alles Fasching” der Kleinen Zeitung. Ich habe es auch toll gefunden, dass Euer Landeshauptmann das verpflichtende Kindergartenjahr nachmachen muss, vielleicht kann man in ihn endlich eine akzeptable Kinderstube reintrichtern. Viel Hoffnung habe ich nicht, vom Humor her würde er eher einen typischen Steirer abgeben: grob, trotzig, kein Humor, aggressiv und er benimmt sich so, als ob er seinen Hintern mit Schmirglpapier auswischt. Aber einer der vielen guten Witze hat sich vorzeitig selbständig gemacht, da haben die Leitln in der Druckerei nicht aufgepasst: da haben die doch allen Ernstes den Witz in der regulären Zeitung veröffentlicht, dass jemand eine Unterschriftenaktion FÜR die Straße macht. Sie lesen richtig. FÜR die S37. Und dieser Witzbold sind Sie. Na gut, sowas kann in den besten Zeitungen passieren.

Nun wollen Sie wahrscheinlich wissen, wer ich bin. Ich bin ein sehr besorgter Anrainer, der an der geplanten Trasse der S37 in der Steiermark wohnt. Aus Neugierde – ich kenne Sie ja leider nicht – habe ich mich im Internet ein bisserl sachkundig gemacht. Und was müssen meine vom Lachen nassgeweinten Augen lesen? Als Abgeordneter zählten Sie zu den Schlußlichtern bezüglich “parlamentarischen Eifer”. Sie haben, wie jeder Politiker diese Statistik als groben Unfug abgetan. Denn Sie waren ja nach eigenen Angaben im eigenen Wahlkreis umso aktiver. Recht so. Diesen Statistikern gehört der Garaus gemacht. Die verzapfen nur Blödsinn und lügen, dass die Balken krachen.

Bevor ich mir die Arbeit mache, auf ihre humorvolle Aktion im einzelnen zu antworten, möchte ich Ihren Plan wie folgt beschreiben: sie wollen keinen Transit aber einen Ausbau. Gut, dann steigen Sie bitte in eine volle Badewanne, ohne nass zu werden. So blödsinnig kommt mir ihre Logik vor. Aber heben wir das Niveau unserer Unterhaltung etwas an: ich habe vor wenigen Tagen an die Frau Minister Bures einen achtseitigen Brief geschrieben, der auch Punkte, die Sie erwähnen, behandelt. Ich gebe zu, die Zahlen stammen alle von Statistikern (Statistik Austria, Umweltbundesamt, Verkehrsministerium, Asfinag usw……alles unseriöse Stellen, die die Wahrheit verdrehen, genau so wie die bösen Statistiker die Sie als “wenig fleissig” einstufen). Trotzdem möchte ich Ihnen diesen offenen Brief nicht vorenthalten, genau so wie ich diesen Brief an Sie als offen betrachte. Wie in dem Brief an die Frau Minister erwähnt, wünsche ich Ihnen maximal 10% Unterschriften, denn wie gesagt, Kärntner haben Sinn für Humor, und so werden sicher einige bei Ihnen unterschreiben.

Brief an Verkehrsministerin Doris Bures
 
 
 

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