Informationsoffensive in St.Georgen/Längsee

Hallers, 1. Dezember 2008 | Aktivitäten+Termine, Gesundheit

Wider die tödliche Überdosis Transitverkehr

Die „Bürgerinitiative St.Georgen am Längsee gegen Transit“ ist mit zwei Informationsveranstaltungen erfolgreich an die Öffentlichkeit getreten und löste damit das Versprechen ein, ab einem Stand von 100 Unterstützungserklärungen eine Informationsoffensive zu beginnen.

Der Umweltreferent der Diözese, Mag.Ernst Sandriesser, hatte nicht nur den Saal zur Verfügung gestellt, sondern sprach einleitend das Umweltbemühen und auch das Bemühen der Kirche um eine Lebensstiländerung an. Es gab spontanen Applaus zur Forderung nach verkehrsbewußter Versorgung aus dem Kärntner Umfeld. Für eine richtige Lösung gibt es immer viele Argumente – viele kamen im Verlauf der Diskussion zusätzlich zur Sprache.

Die Quellen des Übels

Am Mittwoch, dem 19. November 2008 sprachen im Georgssaal des Bildungshauses St.Georgen Bernhard Strohmeier und Dr.Gerhard Sprintschnik und überzeugten – wie die anschließende Diskussion zeigte – die Zuhörer. Der wunderschöne Saal war mit 40 Sesseln bestuhlt, 30 aus der Reserve wurden noch benötigt und etlichen Besuchern verblieben nur Stehplätze mit guter Sicht. Beeindruckend zeigte Bernhard Strohmeier als Routinier, der die Routen alle kennt, die drohenden Verkehrsflüsse und Gerhard Sprintschnik kommentierte meisterlich seine Bilder, die in ihrer klaren Plastizität auf Dauer haften bleiben (Schadstoffaustoß bei Tunnellösung, Entwicklung eines „Treibstoffwürferls“ zur riesigen Abgasmenge, die mit Schadstoffen beladen ist).

Die zweite Informationsveranstaltung – bewußt an einem anderen Wochentag, an einem anderen Ort und mit anderen Vortragenden – fand Donnerstag, den 27. November 2008 im Kultursaal des Gemeindeamtes in Launsdorf/St.Georgen statt. Auch dieser Saal war – diesmal von der Gemeinde – kostenlos zur Verfügung gestellt. Diese zweite Veranstaltung konnte bereits mit der doppelten Zahl von Unterstützern, mit 203 Unterschriften, beendet werden. Einige Zuhörer waren zum zweiten Mal dabei und so versammelten sich diesmal schon 100 Interessierte, die Reservestühle wurden also gut genutzt. Einleitend sprach Vizebürgermeister DI Manfred Sacherer mit viel Verständnis für die Anliegen der Bürgerinitiative; auch Bürgermeister Konrad Seunig kam dazu und blieb bis zum Schluß der Veranstaltung. Es besteht begründete Hoffnung, dass er den Vorschlag der Veranstalter für einen ergänzenden Gemeinderatsbeschluß mit dem Gemeinderat umsetzt. Der Vorschlag wurde ihm am Vortag unterbreitet und erzielte den Kommentar: er habe damit kein Problem. (Brief der Gemeinde an die Asfinag auf Grund des seinerzeitigen Beschlusses und Vorschlag von Ehepaar Haller/Bürgerinitiative zum Nachlesen).

Recht auf Gesundheit

Der erste Vortragende Harald Gaggl/BI Maria Saal hatte in beeindruckender Weise in seinen Folien Informationen sonder Zahl zusammengestellt. So belegte er erfreulich, dass dem Argument Sicherheitsausbau kaum Gewicht zukommt, da selbst die Strecke St.Veit – Klagenfurt weitaus weniger Unfälle aufweist, als die amtlichen Daten für Schnellstraßen in Österreich belegen. Dass es um die Sicherheit inmitten der Masse von Transit-LKWs schlechter bestellt wäre als derzeit, müsste jedem ehrlich Besorgten klar sein.

Der Umweltreferent der Kärntner Ärztekammer Dr.Dieter Michael Schmidt untermauerte und verstärkte die Gesundheitsbedenken hinsichtlich von Lärm und Luftschadstoffen. Er teilte mit, dass die Ärztekammer Kärntens beschlossen hat, Bürgerinitiativen in ihren berechtigten Bemühungen zu unterstützen. Seine Folien über verschiedene Studien vermittelten deutlich die Tatsache, dass auch die Wissenschaft in der S 37- Ausbau-Diskussion auf Seite der Bürgerinitiativen steht.

Der Diskussionsleiter Dr. Haller schloß mit der Bemerkung an, daß die Wissenschaft auch im Bereich der Juristerei für die Anliegen der Bürgerinitiativen spricht. Nach dem Verkehrsprotokoll zur Alpenkonvention hat Österreich auf den Bau hochrangiger alpenquerender Straßen verzichtet. Der Ausbau der S 37 ist demnach rechtswidrig.

S 37 – Der Wolf im Schafspelz

Die Diskussion mahnte die Verlagerung von Personen- und Gütertransporten auf die Bahn und Rücksichtnahme auf andere Verkehrsteilnehmer als Autofahrer ein. Die aufliegenden Listen für Unterstützungsunterschriften gingen weg wie die warmen Semmeln. Die beiden Initiatoren der Veranstaltungen kündigten an, dass weitere Lebenszeichen der Bürgerinitiative folgen werden. Sie verwehrten sich entschieden gegen die Behauptung, der Ausbau der S 37 sei nicht mehr zu verhindern. Sie forderten die Beschränkung auf einen Sicherheitsumbau, statt des Ausbaus zur Transitstrecke, der sich als Wolf im Schafspelz eines „Sicherheitsausbaus“ verbirgt. Bei dem vierspurigen „Sicherheitsausbau“ läßt sich die 7,5 Tonnen Beschränkung nicht mehr aufrechterhalten. Mittelkärnten bekäme die tödliche Überdosis Verkehr.
 
 
 

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