Große Kundgebung in Neumarkt

Webmaster, 9. November 2008 | Netzwerk, Transit

Hunderte Bürger versammelten sich auf dem Hauptplatz

Die Bürgerinitiative Neumarkt hatte am 9. November zu einer informativen Kundgebung über den geplanten Ausbau der B 317 geladen. Von Klagenfurt bis Judenburg waren interessierte Zuhörer angereist, um sich über die Hintergründe zu informieren und ihren Unmut über die fatalen Auswirkungen auf die eigene Lebensqualität zu äußern.

Über 500 Menschen nahmen sich Zeit für die Vorträge

Das öffentliche Interesse wächst

Neben den Aktivisten der Bürgerinitiativen und einer großen Menge an aufmerksamen Menschen waren auch ein Team des ORF und Vertreter der lokalen Presse mit von der Partie. Heftig wurde mitnotiert und die Statements der interviewten Anwesenden ließ keinen Zweifel aufkommen: Die Bevölkerung lehnt den Ausbau der Straße aufgrund der zu erwartenden Transitbelastung  einstimmig ab.

Trotz der ungastlichen Temperatur auf dem Neumarkter Hauptplatz harrten alle Besucher bis zum Ende der Veranstaltung aus. Keiner wollte sich ein Wort der vielen Vortragenden entgehen lassen. Ein bunter Kreis von Transparenten lieferte den Referenten die Möglichkeit, Themen aufzugreifen und zu behandeln. “Wer Straßen baut, wird Verkehr ernten!”

Wortgewaltige Ablehnung der Straßenbaupläne

Mag. Rudolf Grothusen (Bürgerinitiative Friesach/Metnitztal gegen Transit) leitete durch den Reigen der Vortragenden und brachte auch seine eigene tiefe Betroffenheit zum Ausdruck: ” Wir lasten mit diesem Vorhaben unsereren Kindern eine unzumutbare Bürde auf.”

Johann Kölbl (Obmann Verein Naturpark Zirbitzkogel Grebenzen) ließ die Entstehungsgeschichte des Naturparks Revue passieren und stellte klar, dass ein einstimmiger Vorstandbeschluss gegen den geplanten Ausbau besteht, zum Schutz von Mensch und Natur.

Gerald Grün (Bürgerinitiative Friesach/Metnitztal gegen Transit) berichtete von den gemeinsamen Zielen und Forderungen aller Bürgerinitiativen, die sich gegen den Ausbau S 36 / S 37 formiert haben. “Niemand wird an uns vorbeigehen können!”

Prof. Dr. Herbert Haller (Bürgerinitiative St.Georgen am Längsee) vertritt die Ansicht, dass das geplante Bauvorhaben nicht rechtens sei und deshalb auch die Genehmigung scheitern werde. “Die Alpenkonvention lässt kein weitere Querung in diesem Ausmaß zu.”

Manfred Plank (Obmann Tourismusverband Naturpark Zirbitzkogel Grebenzen) “Wir brauchen ein gutes ländliches Straßennetz und eine funktionierende Bahn. Zusammen werden wir den eingeschlagenen Weg zu einem guten Ende führen, ohne die drohende Transitstrecke.”

Gerhard Prieler (Transportunternehmer) “Das drohende Ausmaß an zusätzlichem Verkehr können wir uns wahrscheinlich gar nicht vorstellen. Viele internationale Frächter würden diese Route wählen. Wir müssen zusammenstehen und dagegen ankämpfen.”

Walter Reichl (Bergbauer und Initiator Bioregion Murau) Unsere Zunft hat die Bewahrung des Lebens praktisch ins Stammbuch geschrieben bekommen. Das Zubetonieren landwirtschaftlicher Flächen und die Zerstörung der Kulturlandschaft darf nicht sein!”

Johann Straner (Bürgermeister Gemeinde Fohnsdorf) “Ich bin für meine Direktheit bekannt, die sich manchmal schlecht mit politischer Diplomatie verträgt, und so sage ich: Diese Straße braucht niemand! Die ganze Region, Steiermark und Kärnten können nur verlieren.”

Josef Kranz (Pfarrer von St.Marein) “Veränderungen gehen immer von einer Hand voll Menschen aus. Das war schon bei den Aposteln so, bei den Bürgerinitiativen ist es nicht anders. Wir haben diese Welt anvertraut bekommen und müssen sie bewahren.”

Peter Präsent (Bürgermeister Mariahof) “Die Natur ist unser wichtigstes Kapital. Wir haben uns zu einem Musterbeispiel in Sachen sanfter Tourismus entwickelt. Eine Transitautobahn verträgt sich mit unseren Zielen nicht und wird daher abgelehnt, dafür stehe ich.”

Horst Kienberger (Bürgerinitiative Teufenbach) “Planungen müssen mit und für die Bevölkerung realisiert werden. Eine Transitschneise durch unsere Heimat ist eine Lösung aus dem vorigen Jahrhundert. Neue, natur- und menschenfreundliche Lösungen sind gefragt.”

Dr. Gerhard Sprintschik (Bürgerinitiative St.Marein) “Die geforderten Todesopfer durch die Umweltauswirkungen des Strassenverkehrs übersteigen bei weitem die Unfallopfer. Als Chemiker weiß ich, wovon ich spreche. S 37 – Hände weg!”

Judith Danner (Bürgerinitiative St.Veit/Glan) “Was sollen wir unseren Kindern und Enkeln hinterlassen? Einen Berg Schulden, CO2 Strafen und eine kaputte Umwelt? Es ist Zeit mit der übertriebenen Konsum(un)kultur zu brechen. Keine Straße für sinnlosen Transit!”

Manuela Leitner (Krankenschwester) “Umfassende Studien beweisen es unwiderruflich: Lärm und Luftverschmutzung machen uns krank. Die geplante Transitstrecke würde zu einer gravierenden Zunahme von Erkrankungen führen. Das Inntal ist Beweis genug.”

Werner Kirchleitner (Bürgerinitative Neumarkt) “Für den erkrankten Initiator dieser Veranstaltung darf ich die Schlussworte sprechen. Ich kann nur sagen: Wem Unrecht geschieht, der stehe auf. Zusammen werden wir es schaffen, die S 37 Pläne aufzuhalten!”


 
 
 

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