Auswirkungen des Ausbaus der A5 …

Johann Rainer, 9. November 2008 | Allgemein, Transit

auf die Zunahme des Transits auf der geplanten S36/S37:

2010/2013 soll im Weinviertel die Nordautobahn A5 – die erste privatwirtschaftlich finanzierte Autobahn Österreichs – fertig gestellt werden. Sie bindet das österreichische Autobahnnetz an die Autobahn Brünn – Prag – Dresden … an  und wird massenweise Schwerverkehr aus dem Nordosten der EU zu uns leiten. Über den Verteiler Wien wird dieser Transitstrom natürlich u.a. die  kürzeste und günstigste Route in Richtung  Süden zu den großen Adria-/Mittelmeerhäfen wählen und das ist -  geht es nach den Plänen der Afinag – die ausgebaute S6/S36/S37 über den Semmering, das Mürz- und Murtal, durch Krapp- und Zollfeld … . Anders als die Asfinag, die aus berechtigter Angst vor den Widerständen der betroffenen Bevölkerung die wahren Absichten ihrer Ausbaupläne verschleiert und als Sicherheitsausbau, Entlastung von Ortsdurchfahrten oder Förderung des wirtschaftlichen Aufschwungs der Regionen schönredet -  haben Vertreter der Konsortien, die diese Autobahn finanzieren, unlängst in einer ORF-Hörfunksendung ganz offen von ihrem Interesse gesprochen, möglichst viel Verkehr – Schwerverkehr – auf  „ihre“ Autobahn (A5) zu bringen. Klar doch: Sie wollen das investierte Geld mit möglichst hohem Gewinn wieder zurück bekommen. Andere Motive für ihre Investition gibt es ja in Wahrheit nicht.

Im Klartext:

Für die Planung, die Finanzierung, den Bau, den Betrieb und die Erhaltung über die 33-jährige Vertragsdauer zeichnet der Konzessionär verantwortlich. Von der ASFINAG erhält dieser nach der Inbetriebnahme ein monatliches Verfügbarkeitsentgelt und die sogenannte Schattenmaut, die pro Fahrzeug und pro gefahrenen Kilometer bemessen wird. (aus einem Asfinag Internetdokument vom 30.10.08)
Das Geld ist auch das wahre Motiv der Asfinag  den Ausbau der S36/S37 möglichst schnell voranzutreiben. Durch optimierte Transitschneisen soll möglichst viel zahlungskräftiger internationaler Schwerverkehrs angelockt werden in der Hoffnung, dadurch zumindest einen Teil des gigantischen Schuldenberges in Zukunft abbauen zu können. Die Bedürfnisse der Menschen in den Regionen entlang dieser Strecke zählen für die Asfinag im Grunde nicht wirklich.

Acht gute Gründe gegen die Nord-Autobahn

führt Global 2000 in einer Information über/gegen die A5 an. Der Bericht inkludiert auch einen kurzen Blick auf den “üblichen Filz” bei solchen Großbauprojekten. Mehr als das: Es gäbe auch eine klima-, umwelt- und menschen- freundliche Alternative. Eine Forcierung des öffentlichen Verkehrs verbunden mit regionalen Ortsumfahrungen (kommt uns das bekannt vor?). Details dazu
 
 
 

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