Unzmarkt jetzt auch ein „gallisches Dorf“

Webmaster, 18. Oktober 2008 | Aktivitäten+Termine, Transit

Unzmarkt-Frauenburg: Bürgerinitiative macht nun gegen einen vierspurigen Ausbau mobil. Die Bevölkerung will keine Transitstrecke durch den Ort. Die Gemeinde wird damit zum 16. „gallischen Dorf“, das Widerstand leistet.

Viel Interesse bei Informationsveranstaltung

Am 17. Oktober wurde im Festsaal der Marktgemeinde Unzmarkt-Frauenburg eine Informationsveranstaltung der Bürgerinitiative Unzmarkt-Frauenburg abgehalten. Die Organisatoren konnten dazu ca. 130 Besucher willkommen heißen. Bisher forderte die Bevölkerung in Konkordanz mit der Gemeindeführung „nur“ eine Verlängerung der Unterflurtrasse im Westen und Osten des Ortes. Jetzt geht es um die Verhinderung eines vierspurigen Ausbaues der S 36.

Wenn das kommt, erleben wir die Hölle

Unzmarkt ist einer von 16 Orten, in denen sich Bürgerinitiativen gegen das von der Asfinag geplante Straßenausbauprojekt S 36/S 37 stemmen. Es wird befürchtet, dass es durch den Lückenschluss zu einer Transitlawine ungeahnten Ausmaßes durch das Murtal kommen könnte. Untermauert wird dies von den Gegnern durch zahlreiche Studien und anschauliche Beispiele sowie echte Horror-Szenarien.
Nach der Begrüßung durch den Sprecher der Bürgerinitiative, Günther Abraham, referierte Bernhard Strohmeier, Vorstand der Bürgerinitiative Mariahof über das Thema „Transit in Europa“. Parallel dazu wurden anhand eines Filmes und von Fotos die landschaftlichen Reize von Unzmarkt-Frauenburg und Umgebung gezeigt sowie Zukunftsszenarien gezeichnet, die durch den Lückenschluss zwischen Wien und Klagenfurt entstehen könnten. „Wenn das kommt“, so Strohmeier, „erleben wir hier die Hölle!“
Dr. Gerhard Sprintschnik beschäftigte sich mit der „Schadstoffbelastung durch den Straßenverkehr“. Als Chemiker warnte er davor, „dass wir zum Auspuff Europas werden“. Für Dr. Gerhard Sprintschnik ist die Globalisierung „die Ursache allen Übels“.

Kein zweites Inntal!

Der praktische Arzt Dr. Horst Geigl schilderte die Auswirkungen von Lärm, Feinstaub und sonstigen negativen Sinneseindrücken im Bereich von stark frequentierten Durchzugsstraßen. Geigl zeigte die gesundheitsschädigende Wirkung auf und spannte den Bogen bis hin zum Thema Lebensqualität.
Gabi Kirchner stammt aus dem Tiroler Inntal. Heute lebt sie mit ihren Kindern bei ihrem Lebensgefährten in Friesach, wo sie nach ihren Aussagen „zum ersten Mal in meinem Leben richtig Luft“ gekriegt hat und deshalb vor einer Verharmlosung des Themas Transitstrecke warnt.

Durch Engagement Einfluss nehmen

Den Schlusspunkt als Vortragender vor der folgenden hitzigen Diskussion setzte Horst Kienberger, Mitglied der Bürgerinitiative Teufenbach. Seinen Aussagen nach gehe die Verkehrsplanung eindeutig zu Lasten der Region. Er sagte: „Wir wollen durch unser Engagement Einfluss nehmen!“.

Vortragende und Organisatoren bezeichnen den Ausbau als „Wahnsinnsprojekt“.

Autor: Wolfgang Pfister
 
 
 

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