Transitverkehr und Alpenpässe

Tiura, 24. September 2008 | Gesundheit, Transit

Lassen wir uns überrollen???

Seit dem Jahr 1994 hat sich die Anzahl der LKW’s, die jährlich über den Brenner fahren verdoppelt. Gerade die sensiblen Alpenregionen werden durch den Transitverkehr immer mehr belastete, speziell in Österreich. Auf Grund des Lärm- Echo- Effekts wird der Verkehrslärm in den Tälern noch verstärkt und als extrem störend empfunden. Erwiesenermaßen führt ein dauernder mittlerer Lärmpegel von über 65 Dezibel zu Bluthochdruck, Kreislauferkrankungen, Schlafstörungen und senkt sogar die Leistungsfähigkeit. Auch durch häufige Staus auf den Alpenpässen leiden die dort lebenden Menschen an einer besonders hohen Schadstoffbelastung vor allem bei Invasionswetterlage. Mittlerweile haben Statistiken gezeigt, dass inzwischen doppelt so viele Menschen durch die vom Verkehr erzeugten Abgase sterben, wie durch Verkehrsunfälle. Vor allem Kinder sind stark betroffen.

Best Pracise Beispiel Schweiz

Auffallend ist, dass der LKW Transit in Österreich im Vergleich zu Frankreich oder der Schweiz drastisch gestiegen ist. Hohe Maut, scharfe Kontrollen und ein gut ausgebautes Schienensystem verhindern zum Beispiel in der Schweiz die Transitlawinen. Eine Möglichkeit den LKW- Transit auf ein erträgliches Maß einzuschränken wäre eine Alpentransitbörse. Hierbei wird eine Maximalanzahl an LKW Fahrten über die Alpenpässe festgelegt und eine begrenzte Anzahl jährlich versteigert.

Steuerungsmechanismen

Die Frachtunternehmen haben so die Möglichkeit frei zu handeln und durch die Beschränkung nehmen Lärm- und Schadstoffbelastung ab. Außerdem würde der Preisunterschied zwischen Straße und Schiene schrumpfen und der Güterverkehr sich auf die Bahn verlagern. Zu beachten wäre allerdings eine länderübergreifende Umsetzung mit den Nachbarländern, um ein Ausweichen der LKW zu verhindern. Auch müsste man Ausnahmen für den Regionalverkehr erarbeiten, wie zum Beispiel eine Ausnahme von Fahrzeugen bis zu einer bestimmten Gewichtsklasse, oder Achsenanzahl. Die EU selbst nennt die Alpentransitbörse als Kontrollinstrument für übermäßigen Transit. Weil jedes Transportunternehmen die Möglichkeit hat sich Transitrechte einzukaufen, liegt keine Schlechterstellung des Einzelnen vor und somit ist das Recht auf uneingeschränkten Warenverkehr gesichert.

Lebensraum schützen

Von Vorteil ist außerdem die bereits existierende Infrastruktur wie On-Board- Geräte zur Einhebung der LKW Maut und die automatischen Kontroll- und Abbuchungsstellen. Durch kleine Anpassungen könnten diese zur Kontrolle der LKW Transitrechte benutzt werden. Die Alpentransitbörse würde es ermöglichen den LKW- Transit zu steuern und die Täler Österreichs als sensiblen Lebensraum zu schützen.
 
 
 

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