Der Sondermaut- Vorschlag regt auf

Webmaster, 8. August 2008 | Politik, Pressespiegel

aus Kleine Zeitung 7.August 2008
KARIN HAUTZENBERGER – mit freundlicher Genehmigung

Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl will großzügige Tunnel auf S 37, aber mit einer Maut.

Unterflurtrassen fordern zahlreiche Anrainer der geplanten Schnellstraße S 37 zwischen Klagenfurt und Judenburg, um künftig vor Lärm und Abgasen geschützt zu sein. Dass man von der Asfinag einen optimalen Schutz für die Bevölkerung fordern müsse, darin sind sich Wirtschaftskammer Österreich Präsident Christoph Leitl und der Kärntner Landeshauptmann Stellvertreter Gerhard Dörfler einig. Bei den Nutzungskosten für diese Strecke scheiden sich aber die Geister.
Bei einer Diskussion zur S 37 in der Steiermark regte Leitl nämlich an, die geforderten Tunnel mit einer Sondermaut zu belegen. Das regt Dörfler auf. Er lehnt eine „Bemautung zusätzlich zum Road Pricing strikt ab.“ Dass gerade Leitl diese Idee aufgebracht hat, wundert Dörfler, da er durch eine zusätzliche Maut eine Schwächung des Wirtschaftsstandortes Mittelkärnten befürchtet: „Jedes Produkt, das aus der Region kommt oder in die Region geliefert wird, würde teurer.“

Leitl hingegen argumentiert, dass man auch die touristischen Regionen schützen müsse: „Sie können versichert sein, dass mir die wirtschaftliche Entwicklung der Region Mittelkärnten ein wichtiges Anliegen ist.“ Auf der anderen Seite wolle er aber den Menschen in der Tourismusregion im Bezirk Murau „Existenzsorgen“ nehmen.
Einen Tunnel mit Sondermaut hat auch das „Transitforum Naturpark Grebenzen“ gefordert. Damit will man dem befürchteten Transitverkehr Einhalt gebieten. So einfach sei dies aber nicht, so Dörfler: „Eine Sondermaut ist nur für alle Straßennutzer möglich.“ Dann müssten also auch die Anrainer zahlen.
 

ANGEMERKT – Danke, Asfinag!

Seit man auf der S 37 von St. Veit bis Klagenfurt eine Vignette braucht, sind viele Autofahrer verärgert. Zum Glück reagiert die Asfinag: Auf der neuen Anzeigetafel bei Maria Saal bedankt sich die Asfinag unter anderem für die Maut. Super! Deshalb stört es keinen mehr, wenn er für eine schmale Straße, die streckenweise nach wie vor Spurrillen hat, zahlt. Danke, aber veräppeln können sich die Autofahrer selbst!
Karin Hautzenberger
 

LESERBRIEF – Verkehr statt Erholung

zu „Tourismus hofft auf Rekord…“, 4.8.2008:
Hoffen auf Rekordsaison – das muss man in der Zukunft wohl abschreiben, falls die S 37 zur Transitstrecke ausgebaut wird! Das bedeutet zehntausende Pkw und vor allem Lkw mehr queren den Kärntner Zentralraum, am Wörthersee entlang – welch eine Idylle für die Gäste, die den Wunsch nach intakter Natur, frischer Luft und Seele baumeln lassen haben. Unsere Politiker mögen endlich gegen dieses Projekt Stellung beziehen!
Mag. Dr. Gabriele Andorfer, Maria Saal
 

LESERBRIEF – Die Bevölkerung hat den Scherben auf

zu “Sondermaut-Vorschlag regt auf” 7.08.2008 (unveröffentlicht)
Wann endlich werden einige hochrangige Politiker begreifen, dass mit dem geplanten durchgehenden vierspurigen Ausbau der B317 zwischen Judenburg bis Klagenfurt eine besonders für den LKW Verkehr attraktive Transitroute gebaut wird? Die Beschwichtigungsversuche, Verkehrsleitsysteme oder Sondermaut werden den Transit verhindern, werden wie Seifenblasen zerplatzen. In der EU wird ein Beschluss mit einfacher Mehrheit ausreichen und schon sind S36 und S37 im transeuropäischen Strassennetz aufgenommen – für die europäische Frächter Lobby ein Kinderspiel. Die Sondermaut zur Verhinderung des Transitverkehrs auf der S37 können sich dann die österreichischen Verkehrs Politiker “auf den Hut stecken”, wie am Brenner. Die Bevölkerung entlang der Strecke hat dann dafür “den Scherben auf”.
DI Franz Kerschbaumer, St.Veit
 
 
 

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