Wir brauchen sicher keine Autobahn!

Webmaster, 5. Juli 2008 | Aktivitäten+Termine, Transit

15 Bürgerinitiativen sind sich ganz sicher

Der dritte Informationsabend der Bürgerinitiative S37 NEIN DANKE | Friesach – Metnitztal gegen Transit hatte einen prominenten Referenten. Mit Dr. Johann Raunikar war einer der bekanntesten Transitgegner Österreichs zu Gast.

Dr. Johann Raunikar: Politik – Asfinag – Straßenbau

„Der Schauplatz ist ein anderer, die Problematik ist genau dieselbe.” So könnte man den ersten Teil des Infoabends am 4.Juli 2008 im GH Josefiwirt/Friesach ganz kurz zusammenfassen. Seit 2004 ist Herr Dr. Raunikar führend im Widerstand gegen die S 7 – Fürstenfelder Schnellstraße tätig. Diese soll einen Korridor bilden, der die Südautobahn mit Ungarn (Heiligenkreuz) verbindet. Also ganz ähnlich wie bei „unserer S 37″. Hier wie dort hat die lokale Bevölkerung wenig bis keinen Nutzen, müsste aber alle Nachteile hinnehmen. Hier wie dort wird mit kommunikativen Tricks und unter Vorspielung falscher Tatsachen versucht, einen eindeutigen Transitausbau als fortschrittliche Errungenschaft zu verkaufen. Hier wie dort sind ein überwiegender Großteil der Bürger überzeugte Gegner des Ausbaus. Hier wie dort spielen Politik und Asfinag ein abgekartetes und unseliges Spiel gegen diese Bürger.

Herr Dr. Raunikar war so freundlich, den Vortrag zur Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen. Sie finden diesen hier als Download. Wir danken herzlich für den Besuch und die interessanten Ausführungen und wollen uns seinem Schlusswort anschließen: „Wer kämpft, kann verlieren. Wer nicht kämpft, hat schon verloren!”

 

Zur Person: Johann Raunikar ist 1948 in Kärnten/Feldkirchen geboren. Seit seinem zehnten Lebensjahr ist er in der Steiermark wohnhaft. Er studierte und promovierte in Graz zum Doktor der Rechtswissenschaften und war von 1978 bis 2005 als Richter tätig. Das Jugend- und Familienrecht hat in seinem Wirken besondere Betonung erfahren. Dr. Raunikar ist Mitbegründer der „Allianz gegen die S7″, und seit dieser Zeit (2004) aktiver Bürgerrechtler in seiner Heimat und darüber hinaus.
Plattform Bürgeraktiv
Allianz gegen die S7

Wir brauchen keine Autobahn – und keine faulen Kompromisse

Der zweite Teil des Abends wurde vom Liedermacher Heimo Schwarz „eingesungen”. Seine Worte und sein Song (Songtext als Download) regten zum Nachdenken, Mitsingen und Mitklatschen an und waren die perfekte Überleitung zum Vortrag von Gerald Grün, Obmann der Bürgerinitiative Friesach. Dieser bot als Einstieg eine Übersicht zur Verkehrsentwicklung in Europa und konnte unzweifelhaft nachweisen, wie dramatische die Verkehrszunahme durch den Vollausbau der S 37 tatsächlich wäre. Grundlage dieses Ausbauplanes ist eine sogenannte „Strategische Prüfung” durch das Bundesministerium (bmvit). Ergebnisse und Methodik dieser Prüfung sind auch unter Experten heftig umstritten (z.B. Bundesministerium für Land- u. Forstwirtschaft, Umweltanwaltschaft des Landes Steiermark).

Details dazu finden Sie ebenfalls gesammelt in den Vortragsunterlagen von Gerald Grün hier als Download. Die katastrophalen Auswirkungen auf Gesundheit, Region, Natur und Tourismus sind ebenfalls aus den Vortragsunterlagen ersichtlich, Beispiele von bereits betroffenen Regionen warnen dramatisch. Wer trägt die Verantwortung? In erster Linie die politischen Entscheidungsträger! Doch von dieser Seite ist nichts Gutes zu erwarten. Deshalb das abschließende Credo von Gerald Grün: „Wir Bürger (Wähler) müssen unsere Zukunft selbst in die Hand nehmen!”

Die Bürger sprechen mit einer Stimme

Zu dem Informationsabend waren viele politische Vertreter entlang der Ausbaustrecke geladen. Leider entzogen sich diese (beinahe) geschlossen der Diskussion, die von Ulrich Hagg geleitet wurde. Die löbliche Ausnahme waren Bgm. Heinz Wagner aus Micheldorf, Landtagsabgeordnete Barbara Lesjak und der Amtsleiter der Marktgemeinde Maria Saal, Herr Walter Zettinig. Beeindruckend dafür die Präsenz der mittlerweile 15 Bürgerinitiativen zwischen Mariasaal und St.Peter/Judenburg. Jede hatte zumindest einen Vertreter entsandt, und so wurde die fast zweistündige (!) Diskussion zu einem eindrucksvollen Zeugnis des geschlossenen Auftretens gegen den Vollausbau der S 37.

Eine Erfahrung hat die Diskussion und der gesamte Abend wieder einmal bestätigt: Wenn die Menschen einmal mit den tatsächlichen Informationen zum geplanten Transitausbau konfrontiert werden, haben Sie absolut kein Verständnis mehr dafür. „Ich bin absolut schockiert”, waren z.B. die Worte eines St.Veiter Besuchers, der sich kopfschüttelnd verabschiedete, „Ich wohne nur einige 100 Meter von der Straße entfernt, und hatte bis heute keine Ahnung, was da auf mich zukommen wird.” Wird es tatsächlich? Die 150 Anwesenden hatten eine deutlich Antwort: NEIN DANKE!
 
 
 

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