VERKEHRT Maria Saal – Bürgerinfo Juni 2008

Ulrike, 19. Juni 2008 | Transit, Verkehrskonzepte

Liebe Gemeindebürgerin! Lieber Gemeindebürger!

Wie Sie vielleicht bereits erfahren haben, soll die gesamte Strecke von Judenburg nach Klagenfurt zu einer Schnellstraße mit Autobahncharakter ausgebaut werden. Erreicht wird damit eine kürzere Verbindung zwischen Wien und Klagenfurt – um 30 km gegenüber der A2 Südautobahn.

Durch den Ausbau wird sich das Verkehrsaufkommen verdoppeln und ähnlich wie auf der Inntalautobahn werden. Die Asfinag selbst legt in ihrer Informationsbroschüre vom März 2008 dar, dass es durch den sogenannten „Sicherheitsausbau” zu deutlich mehr Verkehr kommen wird:
für den Abschnitt Klagenfurt – St. Veit werden uns für das Jahr 2025 47.000 KFZ pro 24 Stunden prognostiziert, 15.000 KFZ pro 24 Stunden mehr als ohne Ausbau.

Eine Transitlawine droht

Überdies ist der genannten Asfinag-Bürgerinformation zu entnehmen, dass es auf dieser Strecke überhaupt erst durch den sogenannten „Sicherheitsausbau” zu Transitverkehr kommen wird. Vor allem der Schwerverkehr, der zum jetzigen Zeitpunkt durch das LKW-Fahrverbot von Scheifling bis Dürnstein in der Steiermark sehr eingeschränkt ist, wird stark zunehmen.
Die zu erwartende Verkehrslawine aus Norden und Osten ist kein Hirngespinst, keine Panikmache, sondern das sichere Ergebnis des Ausbauprojektes!
Durch den direkten Anschluss an die A9 Pyhrnautobahn bietet sich insbesondere dem gesamten Verkehr aus dem Raum Linz und Wels, aus Tschechien, Polen, der Ukraine und dem Baltikum eine sehr attraktive Verbindung Richtung Süden.

Seitdem die gewaltigen Dimensionen des Projektes bekannt geworden sind, regt sich entlang der gesamten Strecke Widerstand in der betroffenen Bevölkerung; vielerorts kommt es zur Gründung von überparteilichen Bürgerinitiativen.
Auch in Maria Saal wurden besorgte Bürgerinnen und Bürger aktiv und gründeten die Bürgerinitiative Maria Saal gegen Transit | www.verkehrt.info

Wir setzen uns ein für

• den Stopp des Ausbauprojektes der S37/B317 zur Transit- und Durchgangsverkehrsstrecke,
• die Verbesserung der Sicherheit im Rahmen der bestehenden Fahrbahn-breite,
• die Öffnung der gesperrten Auf- und Abfahrten,
• die Einhaltung der Alpenkonvention (Ablehnung weiterer hochrangiger Straßen im Alpenraum).
In Zeiten erhöhter Umweltbelastung und ständig steigender Energiepreise ist es unsinnig, weiterhin enorme Summen in den Ausbau von Schnellstraßen und Autobahnen zu investieren. Stattdessen muss alles darangesetzt werden, den Güterverkehr auf die Schiene zu verlagern (siehe Schweiz).

Richtige und falsche Rezepte

Wir befürworten ausdrücklich Maßnahmen zur Erhöhung der Sicherheit auf der S37.

Mit aller Entschiedenheit wenden wir uns aber gegen den von Politik und Asfinag propagierten sogenannten „Sicherheitsausbau” in Form eines Vollausbaus mit Autobahncharakter. Die Unfallhäufigkeit hat noch auf keiner Straße durch Beschleunigung und Intensivierung des Verkehrs abgenommen. Durch diesen „Sicherheitsausbau” wird hier eine neue Transitroute entstehen, auch wenn es eifrige Bemühungen gibt, uns zu beschwichtigen.
Welchen Belastungen eine Region und ihre Bevölkerung durch Transit ausgesetzt sind, zeigt sich am Beispiel Tirol. So haben sich hier die Atemwegserkrankungen bei Kindern in nur vier Jahren verdoppelt.

Lärm und Abgase sind uns sicher

Lärmbelastung lässt sich durch Lärmschutzwände und Unterflurtrassen nur bedingt mildern. Abgesehen davon ist es fraglich, ob man nach dem letzten Rechnungshofbericht über die Asfinag derartige Maßnahmen noch finanzieren wird. In jedem Fall wird ein 15 Kilometer breiter Korridor mit massiven Belastungen entstehen. Umwelt- und Gesundheitsschäden durch Lärm, Abgase und Feinstaub sowie vermehrte CO2-Ausstoß und Verstärkung des klimagefährdenden Treibhauseffektes werden die Folge sein.
Zusätzlich zum Verlust der Lebensqualität wird es entlang der ganzen Strecke zu einer Wertminderung der Immobilien kommen. Landwirtschaft, Tourismus und Naherholung werden stark in Mitleidenschaft gezogen.

Von den negativen Auswirkungen der geplanten Transitstrecke werden alle Gemeinden von Friesach bis Klagenfurt betroffen sein. Nicht zu vergessen jene Ortschaften, in deren Bereich die S37 an die Südautobahn A2 angeschlossen werden soll, nämlich Wölfnitz, Emmersdorf, Poppichl, Tessendorf und Lendorf.

Handeln mit Verantwortung und Weitblick

Von den politisch Verantwortlichen auf Landes- und Bundesebene fordern wir zeitgemäße und zukunftsfähige Konzepte für den öffentlichen Verkehr.
Von den GemeindevertreterInnen erwarten wir, dass sie die Lebensqualität in unserer Gemeinde fördern, die Gesundheit der Menschen, die hier leben, schützen und die lokale Wirtschaft sowie unseren wertvollen Kulturraum er-halten.

In einer Situation, in der die Politik vergessen zu haben scheint, dass es in ihrer Verantwortung liegt, wirksame und nachhaltige Maßnahmen zur Verhinderung weiterer Umweltzerstörung zu ergreifen, liegt es an uns allen, unseren Lebensraum zu schützen.

Werden auch Sie aktiv und unterstützen Sie uns!
Informieren Sie sich und Ihr Umfeld – fordern Sie zuständige PolitikerInnen und Parteien auf, verantwortlich zu handeln – unterstützen Sie uns durch Ihre Unterschrift – werden Sie Mitglied der BÜRGERINITIATIVE VERKEHRT.

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