Ist Kärnten eine chinesische Provinz?

Webmaster, 9. Juni 2008 | Politik

LHStv. Gerhard Dörfler droht “Untertan”.

Wir wollen schon den Willen des Volkes erfüllen. Vorher ist aber noch dem Volk zu erklären, was denn sein Wille sei. Kritische Stimmen können wir dabei keine brauchen. Auf gut Kärnterisch: “Lang lebe die Demokratur!”

Kurze Vorgeschichte: Vergangenen Donnerstag informierte der vor kurzem gegründete Verein „S37 Nein Danke, Friesach – Metnitztal gegen Transit“ die Bürger Friesachs über die Hintergründe zum geplanten Ausbau der S37. Unter der Leitung von Obmann Gerald Grün haben sich in den letzten Wochen schon eine große Zahl von Menschen formiert, die sich gegen die zu erwartende massive Transitbelastung zur Wehr setzen. Die Kleine Zeitung berichtete am Sa, 7.Juni.

Am gleichen Tag meldete sich LHStv. Dörfler telefonisch bei der Familie Grün zu Wort. Nach einem launigen Vorwort befragte er Herrn Grün nach seiner beruflichen Tätigkeit. Dieser leitet den regionalen Vertriebsaufbau eines Produktes, das der Energieeinsparung im Wohnbaubereich dient. Hergestellt wird die innovative Glasscheiben – beschichtung in Belgien. Ein gefundenes Fressen für den Aggressor: „Ich werde jede Chance nutzen, Sie als unglaubhaft hinzustellen“ die Drohung an den umweltbewussten Familienvater aus Friesach / Dobritsch. Ist das demokratische Klima in Kärnten schon derart verkommen, dass freie Meinungsäußerung mit persönlichen Repressalien belohnt wird? Vom Stellvertreter des Landeshauptmannes wohl gemerkt!

Vor welchem Transit haben wir Angst?

Wir leben in einer entwickelten Gesellschaft, ein dosiertes Maß an Warenaustausch gehört zum Wesen unseres Lebens. Und das ist gut so. Ein High-Tech Produkt kann nur in zentralisierter Form hergestellt werden, um für eine breite Bevölkerungsschichte leistbar zu sein. Doch das ist nur ein überschaubarer Teil des Transport-Verkehrsaufkommens. Den großen Teil machen Produkte wie Lebensmittel, alltägliche Gebrauchsgüter, Bekleidung, Möbel und anderes aus. Alles das, was besser regional erzeugt und verkauft werden könnte. Eine Entwicklung also, die auch unsere regionale Wirtschaft, besonders den Handwerker- und Bauernstand, in immer größere Bedrängnis bringt. So entsteht unter anderem die heutige Transitlawine, aber nicht durch intelligente Produkte. Im gegeben Fall zudem noch ein Mittel, beträchtliche Mengen an Energie einzusparen. Etwas das zurzeit in aller (Politiker) Munde ist!

Argumentieren oder Keulenschwingen?

Der Verein „S37 Nein Danke, Friesach – Metnitztal gegen Transit“ ist eine von neun Bürgerinitiativen in Kärnten und der Steiermark, die sich intensiv mit dem Thema Ausbau der B317/S37 auseinandersetzen. Von offizieller Seite wird leider in einer Politik der Halbwahrheiten versucht, die wahre Tragweite dieses Projektes zu verschleiern. Erinnert werden soll nur an das Gerangel der Bürgermeister um die „Autobahn-Raststätte“, jetzt will aber das Wort „Autobahn“ noch nie gehört worden sein. Laut Prognosen der ASFINAG wird sich der Verkehr beim geplanten Ausbau verdoppeln, in den am stärksten betroffenen Gebieten wird mit über 10.000 KFZ pro Tag alleine für den Transit- und Durchzugsverkehr gerechnet. Da werden die Menschen dieses Landes doch wohl das Recht haben, mitzubestimmen, sehr geehrter Herr Straßenbau-, Tourismus(!)-, Familienförderungs(!)- und Kindergartenreferent Dörfler!

Ein Kommentar zu “Ist Kärnten eine chinesische Provinz?”

  1. am 21. Juni 2008 um 08:10 1.johannstocker schrieb …

    unveröffentlichter Leserbrief zum Artikel:
    Autobahngegner kündigt Job!
    Politiker stehen zurzeit vor der schwierigen Aufgabe die Entscheidung für die Schnellstraße S37 von Klagenfurt nach Scheifling und gegen die Region zu treffen. Die Region die sich definiert als Urlaubsregion, Naturparkregion, Genussregion usw.
    Bürgerinitiativen von Klagenfurt bis Scheifling haben den Willen und die gute Absicht diese Region neu zu definieren, Regionalität zu stärken.
    Die geplante Autobahn ist dabei nicht nur Reibebaum sondern ein echtes Verkehrshindernis für das Zusammenwachsen dieser Region.
    Klingt wie ein Widerspruch, ist aber so! Die Autobahn ist nicht nur Gesundheitsgefährdung für die Bevölkerung, sondern auch eine Gefährdung für die regionale Wirtschaft, denn die Autobahn wird Wertschöpfung absaugen.
    Politiker vom Format LHStv. Dörfler verfolgen andere Ziele mit allem Nachdruck.
    Nachdruck der sogar Menschen in Ihrer Existenz gefährdet. Die Androhung einer Rufschädigung, ausgesprochen vom LHStv Dörfler an den Autobahngegner hatte fatale Folgen. Die undemokratische Vorgangsweise eines Landeshauptmann Stellvertreters wirft kein gutes Licht auf unsere Politiker. Ihr Image wird weiter Schaden nehmen!
    Stocker Johann
    8811 Scheifling

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