Herzlich willkommen!

Ganz-im-Ernst, 21. Juni 2008 | Allgemein

Straßenverkehr? Für uns bitte eine Extraportion.

Ganz Europa sucht angestrengt nach Möglichkeiten, den ausufernden Straßenverkehr einzudämmen. Nur in Österreich laufen die Infrastruktur-Uhren etwas anders. Da werden auf Teufel komm raus auch weiterhin Schnellstraßen und Autobahnen geplant und gebaut, trotz vollmundig verkündeter und selbst auferlegter Nachdenkpause. Österreich deklassiert sich damit zur europäischen Lachnummer, da wir in Brüssel gleichzeitig den starken Transit beklagen.

Österreich ist spitze!

verkehrt_oesterreichNun könnte man vielleicht meinen, wir Österreicher hätten in Punkto Straßen einen besonderen Nachholbedarf. Weit gefehlt, die kleine Alpenrepublik besitzt bezogen auf ihre Einwohnerzahl das drittgrößte hochrangige Straßennetz in ganz Europa. Im Vergleich mit unserem großen Nachbarn Deutschland haben wir sogar ungefähr doppelt so viele Autobahn- und Schnellstraßenkilometer pro Staatsbürger.
Wenn wir unsere Lieblingsnachbarn schon nicht im Fuflball schlagen können, aber da haben wir’s ihnen mal so richtig gezeigt!

Kärnten ist noch besser.

Und Kärnten, wo liegen wir bei den Autobahnen und Schnellstraßen im Bundesländervergleich?
Wir sind die unangefochtene Nummer 1 in Österreich, und zwar mit Abstand. Endlich darf der Satz, Kärnten ist reich (an hochrangigen Straflenkilometern) ohne auch nur die kleinste Übertreibung unsere stolzgeschwellte Brust verlassen! Endlich mal Balsam für unsere geschundenen und missverstandenen Seelen. Das lässt den Umstand, dass Kärnten bei diversen Bundesländerstatistiken meist im letzten Drittel zu finden ist, gleich in einem ganz anderen Licht erscheinen. Alles nur Schlechtmacherei, man muss halt nur die richtigen Statistiken heranziehen!

The Show Must Go On!

verkehrt_goonDeshalb verlieren wir auch keine Zeit und planen hurtig weiter, schliefllich sollte man einen so klaren Vorsprung nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Und wenn alles im Zeitplan bleibt, werden wir ganz in diesem Sinne schon bald das letzte Stückchen B 317 zwischen Pöckstein und Hirt vierspurig ausgebaut haben. Wurde auch höchste Zeit, denn was macht denn das für einen schlampigen Eindruck! Mitten in einer vierspurigen Asphaltpiste springt ganz unvermutet ein ausgewachsenes Nadelöhr vor die Motorhaube – heimtückisch, beklemmend, und zu allem Unglück vielleicht auch noch den internationalen LKW-Transit behindernd?
Das können wir natürlich unter keinen Umständen tolerieren. Da muss sofort begradigt, verbreitert und zubetoniert werden. Zwar mit Geld, dass wir nicht haben, aber der Fortschritt verlangt’s halt!

Nicht verzagen – Asfinag fragen

verkehrt_s+wDie Menschen zwischen Pöckstein und Hirt werden uns für diesen Ausbau auf ewig dankbar sein. Denn dann können sie, so wie es sich für entwickelte Mitteleuropäer gehört, endlich eine echte Hauptverkehrsroute von ihren Wohnzimmerfenstern aus bewundern. Gepflegt und gehegt wird sie dann von einem echten Asphalt-Profi, nämlich der Asfinag. Das sollte uns das kleine Sümmchen resultierend aus Mautabgaben und den Zinsen für die Asfinag-Schulden (Schuldenstand: ca. 12 Milliarden Euro) schon wert sein. Ganz nach dem Motto: S 37 – man leistet sich ja sonst nichts!
Dann wird auch endlich jenes ca. 23 km lange Teilstück der B 317 zwischen St. Veit Nord und Friesach Nord ihr Mauerblümchendasein abstreifen. Sie wird sich zu einer ausgewachsenen und vollwertigen Strafle (natürlich für den lokalen Verkehr) mausern, auch wenn die Asfinag vorher noch die eine oder andere Auf- und Abfahrt sperren wird.

Bereit zur Diskussion

Gar zu gerne möchte man uns das Mäntelchen der „rückwärtsgewandten Idealisten” umhängen, milde lächelnd einer Definition von Fortschritt nachhängend, die in Wirklichkeit schon längst überholt ist. Um unseren Wohlstand und unsere Lebensqualität zu erhalten, brauchen wir neue Konzepte für die Zukunft, und gerade der Verkehr ist dabei ein Schlüsselthema.
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Stehen Sie zu Ihrer Meinung! Denn was wir dringend brauchen, sind mündige Bürger, die bereit sind, ein Stück Zukunftsgestaltung in die eigene Hand zu nehmen.

7 Kommentare zu “Herzlich willkommen!”

  1. am 1. Oktober 2009 um 12:20 1.B.Winkler schrieb …

    Riesige Schottergrube an der S37 im Wolschart projektiert

    Bei der umweltrelevanten Diskussion um die S37, die auch den Bereich Wolschartforst geradezu durchschneidet, darf ein Ansatz nicht fehlen: Das Krappfeld, und insbesondere der Wolschartwald, ist reich an Wasservorräten, mit denen nicht nur Althofen und das Krappfeld versorgt werden könnten, sondern in Dürrezeiten und Notfällen, über die Wasserschiene Krappfeld-St. Veit, auch der Großraum St. Veit-Klagenfurt mit mehr als 100.000 Einwohnern.

    Nun ist bei der Wolschart Ausfahrt Kappel/Krappfeld – Guttaring eine riesige Schottergrube projektiert, der unzählige Hektar des Forsts geopfert werden sollen. Diese Schottergrube, der ein riesige Waldstück geopfert werden soll, dient einzig und allein der Profitmaximierung, die beim Ausbau der S37 angepeilt wird.

    Außer der massiv gesteigerten Lärmbelästigung für Passering und der Längsee-Region und den Abgasen kann es auch zu einer Belastung des Grundwassers kommen, ja es könnte zu einer nachhaltigen, partiellen Gefährdung des Wasserspeichers Wolschart führen. Mit der Beeinträchtigung des Naherholungsgebietes Wolschart und der Gefährdung des Lebensraumes von Tieren und Pflanzen im Forst wird hier der naturnahen Tourismusregion rund um den Längsee ein weiterer, äußerst negativer Aspekt vorgelagert.
    Bettina Winkler

  2. am 1. Oktober 2009 um 13:12 2.Andreas Schaubach schrieb …

    Die Gurk ist Lebensraum von 37 Fisch- und Neunaugenarten, vier Flußkrebsarten und rund 600 benthonisch lebenden Tieren, wie Insektenlarven, Kleinkrebsen und Würmern. Die Ufersäume bieten besonderen Schmetterlingsarten Lebensraum. Die Gurk weist im Wolschartwald große naturbelassene Abschnitte auf. Durch Sanierungsmaßnahmen bei Fabriken, Kläranlagen und neuartige Versickerungsmethoden auf der B83 (St.Veiter Schnellstraße) hat sich die Gewässergüte verbessert. Im Wolschartforst wurden und werden die großen Fichtenbestände gerade in gesünderen Mischwald umgebaut. In der gesamten Wolschart- und Längsee Region wird aktiv Umweltschutz betrieben.

    Der geplante großflächigre Schotterabbau im Wolschart passt nicht in dieses Leitbild einer naturnahen Region. Der Lärm, die Giftgasemissionen, die der Wolschart derzeit von der Längsee-Region und dem angrenzenden Passering abhält und die Gefährdung der Wassergüte werden vehemente Proteste von Anrainern, Touristen und Naturschützern nach sich ziehen. Die Diskussion über das Projekt, wird täglich heftiger. Andreas Schaubach, Guttaring

  3. am 1. Oktober 2009 um 13:22 3.Jakob Verdin schrieb …

    Sollte ein Schotterabbau im Wolschart realisiert werden, dann wird der gesamte nordöstliche Teil des Forstes zerstört u. damit der Schutzschild hin zum Dorf Passering und zum Verlauf der Gurk.
    In Passering und den umliegenden Dörfern der Längseeregion sind mehrere hundert Familien dann massiv vom Lärm und Staub belastet. Die Auswirkungen auf die Tourismus- und mittlerweile Weinanbauregion Längsee wird auch eklatant hoch sein.
    J.Verdin

  4. am 1. Oktober 2009 um 14:41 4.Andrea Reintaler schrieb …

    Vor Jahren lief im Wolschart ein Projekt der Universität für Bodenkultur Wien, das sich mit softwareunterstützter “waldbaulicher Planung im Rahmen von Waldumbauvorhaben in Fichtenwäldern” beschäftigt. Wandert man durch den Wolschartforst, sieht man das Bemühen um den Waldumbau vom reinem Fichtenwald zum Mischwald. Allerortens sieht man Nistkästen und neu gepflanzte Laubbäume. Frühmorgens begegnet man dem Rotwild und die Stille im Forst ist wunderbar. Die derzeitigen Gegebenheiten vor Ort sind nicht dazu angetan, übermäßigen Optimismus zu verbreiten. Eine riesige Schottergrube entlang der S37 wird dem Vernehmen nach unzählige Hektar des Wolschartwaldes vernichten.

    Der Bürgermeister von St.Georgen am Längsee, Konrad Seunig, ist gefordert, die Lebensqualität der tausenden Anrainer auch für die nachfolgenden Generationen zu bewahren und nicht stillschweigend die finanziellen Interessen eines ohnehin begüteten Forstbesitzers hinzunehmen.

    Andrea Reintaler
    Mail-Süd

  5. am 2. Oktober 2009 um 09:35 5.Hannes Hren schrieb …

    Noch im Jänner 2009 war im Wolschart, nahe der Kirche, ein Kletterpark angedacht worden:
    Ein Waldhochseilpark mit 30 bis 40 Stationen sollte Touristen und kletterbegeisterte Einheimische in den Wald locken. Der Hochseilpark sollte über die Abfahrt Kappel am Krappfeld erreichbar sein. Der Park war als zusätzlicher Baustein für das Angebot in der Region angedacht und immerhin noch einigermaßen vereinbar mit dem Leitbild der Tourismusregion . Nun wird in der Öffentlichkeit bekannt, dass entlang der Abfahrt Kappel am Krappfeld eine riesige Schottergrube projektiert wird. Mit dem Schotterabbau direkt entlang der Schnellstraße kann beim Ausbau der S37 relativ rasch und leicht Profit gemacht werden. Alleine, es gehen natürliche Ressourcen unwiderbringlich verloren. Mehrere Hektar des Wolschartforstes, der die Längsee-Tourismusregion vor Verkehrslärm und Abgasen schützt, würden abgeholzt und danach abgetragen werden. Mit diesem Brachialeingriff werden sämtliche Anstrengungen der Region, den Gästen möglichst naturnah und geschützt ein gehobenes Ambiente mit der neuen großzügig angelegten Golfanlage, dem Reitsport und einer gehobenen Hotelerie anzubieten, zunichte gemacht.

    Hannes Hren, Bernaich

  6. am 2. Oktober 2009 um 18:10 6.J.Verdin schrieb …

    Der “Wolschart” hat nun einen eigenen Weblog, einen Blog der die ökonomische Ausbeutung dieses Höhenzugs, dieses Naherholungsgebietes, das im Süden das Krappfeld begrenzt, aufzeigt.
    Aber auch die filigrane Schönheit und die Bemühungen, diese zu erhalten, sind Thema von http://wolschart.wordpress.de

  7. am 12. Oktober 2009 um 20:36 7.Hannes Leeb schrieb …

    Wir wollen uns und den kommenden Generationen den Lebensraum Wolschart erhalten.

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